Anlagebetrug
Partnerfirma der S&K ist pleite

Der Anlageskandal um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K zieht neue Kreise: Das Fondshaus United Investors hat Insolvenz angemeldet, gemeinsam hatten die Unternehmen mehrere Immobilienfonds aufgelegt.
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FrankfurtDer wichtigste Partner der Frankfurter Immobiliengruppe S&K ist pleite. Acht Gesellschaften der Unternehmensgruppe United Investors haben vor einigen Tagen beim Hamburger Amtsgericht Insolvenz angemeldet, darunter die Kernfirmen United Investors Holding sowie das United Investors Emissionshaus.

Dies bestätigte der Hamburger Rechtsanwalt Michael W. Kuleisa von der Kanzlei Schwemer, Titz & Tötter gegenüber Manager Magazin online. Kuleisa fungiert als vorläufiger Insolvenzverwalter in sechs der betroffenen Gesellschaften. Bei der Holding sowie der Emissionshaus GmbH wurde er nach eigenen Angaben vom Gericht als Sachverständiger eingesetzt. Von United Investors war nach Angaben des Manager Magazins dazu keine Stellungnahme zu bekommen.

Die Meldungen zur Immobiliengruppe S&K hatten im Februar die Schlagzeilen dominiert. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt war mit 1200 Fahndern ausgerückt, hatte 130 Standorte untersucht und mindestens sechs Personen in Haft genommen. Die Staatsanwaltschaft vermutet hinter dem Geschäftsgebaren ein sogenanntes Schneeballsystem. Dabei werden die Gelder der Anleger gar nicht investiert, sondern neue Einzahlungen genutzt, um die Ausschüttungen an alte Gläubiger zu bezahlen.

Mit dem Hamburger Fondshaus United Investors hatte die S&K zwei Immobilienfonds aufgelegt. „Für Anleger hat die Insolvenz des Emissionshauses keine direkten Konsequenzen, denn ihr Vermögen liegt in den Fondsgesellschaften und nicht im Emissionshaus“, sagt Stephan Greger, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus München gegenüber Handelsblatt Online. Allerdings stehe zu befürchten, dass es einen Dominoeffekt geben könnte und die Fondsgesellschaften in die Insolvenz hineingezogen würden.

Noch dazu verschlechtere die Insolvenz die Ausgangsposition für Anleger, die auf Schadenersatz klagen wollen. „Anleger verlieren dadurch einen möglichen Haftungsgegner für Schadenersatzansprüche“, sagt Greger.

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Investiert wurde teils nur indirekt

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  • Übrigens zeigt das Foto nur eine zum Gähnen langweilige Party. Da geht's bei den vom GEZ gesponserten Dauerpartys im TV aber viel lustiger zu.

  • da mussen wir nun aber aufpassen, dass Brüssel das nicht sogleich auch rettet ...

  • @PisaPisa

    Falsch!

    Die EZB kauft diese Anteile zum Nominalwert auf bzw. akzeptiert sie als Sicherheit. Dann gibt sie dafür neue Zahlungsmittel aus und wartet, bis die Verluste weginflationiert sind (und die Anteile wieder im Wert gestiegen sind).

    Sollte das nicht klappen, werden die Versicherungen und Pensionskassen „gefragt“, ob sie nicht 5 % ihres Vermögens in solche Papiere investieren „müssen“.

    Auf den vermeintlichen Gewinn sind Steuern zu bezahlen.

    Am Schluss freut sich der Gurkenhändler, denn ein Anteil zu 100.000 Euro reicht, um einen Salat zu kaufen (Inflation...). Seine Freude ist nur von kurzer Dauer, er wird nämlich als Spekulant verurteilt und sein Haus wird gepfändet (für die Steuer).

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