Anlagestrategie
Weltgrößter Staatsfonds meidet Aktien

Norwegens Staatsfonds, der größte der Welt und zugleich Europas größter Aktieninvestor, erwartet eine Korrektur an den Aktienmäkten. Statt weiter Aktien zuzukaufen, verfolgt der Fonds jetzt eine neue Strategie.
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OsloNorwegens Staatsfonds hat gewarnt, dass sich die Gewinne am Aktienmarkt umkehren könnten. Der größte Staatsfonds der Welt, zugleich Europas größter Aktien-Investor, erklärte, er werde neue Zuflüsse nicht für den Kauf weiterer Aktien verwenden. „Unser Anteil am Aktienmarkt ist stabil geblieben, obwohl die Märkte gestiegen sind. Das bedeutet, dass wir Zuflüsse nicht für Aktienkäufe nutzen”, sagte Yngve Slyngstad, CEO von Norges Bank Investment Management. Der Fonds bereite sich auf eine “Korrektur” der Aktienkurse vor.

Die Warnung folgt auf einen Anstieg der Aktienbewertung, die das Aktienportfolio des Fonds im letzten Quartal um 7,6 Prozent hat steigen lassen. Der 810 Milliarden Dollar (rund 586 Milliarden Euro) schwere Government Pension Fund Global, so der offizielle Name, meldete vor kurzem für das dritte Quartal fünf Prozent Ertrag, was einem Gewinn von 228 Milliarden Kronen (rund 28 Milliarden Euro) entspricht. Anleihe-Investments stiegen um 0,3 Prozent, Immobilienbeteiligungen um 4,1 Prozent.

Der Fonds hat keine unmittelbaren Pensionsverpflichtungen und nutzt seine langfristige Orientierung, um Anlagen zu kaufen, wenn andere verkaufen müssen. Nach einem Rekordverlust von 78 Milliarden Euro nach der Lehman-Pleite 2008 und den folgenden weltweiten Marktverwerfungen hob der Fonds seine Aktienanlagen Anfang 2009 auf rund 17 Milliarden Euro an. In der zweiten Hälfte 2011 kaufte er Aktien für mehr als 18,5 Milliarden Euro.

„Im Allgemeinen betrachten wir Marktkorrekturen eher als Chance denn als Bedrohung, daher ist das nichts, was uns beunruhigt”, so Slyngstad. „Wenn sie kommen, dann ist das für uns als Investor nur ein positives Zeichen.“

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  • Schön dass sie außerhalb der EU ihr Kapital versteuern. Dann sollten sie sich auch mit Meinungsmache ganz auf ihr steuergünstiges Domizil beschränken.

  • Wenn Sie eine Aktie nach z.B. 4 Jahren mit 10% Kursgewinn verkaufen, 9% Inflation, 27% Steuer auf den Nenngewinn, ergibt das einen Steuersatz von 270%.

    Ich lebe ausserhalb der EU und mein persönlicher Steuersatz beträgt ca. 9%.

    Vandale

  • So falsch liegt Vandale nun wirklich nicht - zumindest dann wenn man realitätsnah unterstellt daß Aktien als Sachwerte (gilt natürlich auch für andere Sachwerte) die tatsächliche Inflation einpreisen - aber der Fiskus die Steuer anhand der nominalen Preiswentwicklung erhebt.
    50% Inflation entspricht einem Preisaufschlag von 100% - davon gehen 25% als "Gewinnbesteuerung" an den Fiskus. Fazit: Der Anleger der eigentlich nur einen Inflationsausgleich "realisiert" hat muß 25% an den Staat abgeben. Er hat also real eine Vermögenssteuerbezahlt - und dabei einen Verlust von 25% eingefahren.

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