Anleger steigen nach Verlusten aus
Euro-Rentenfonds von JP Morgan enttäuschen

Wenn die Leistung nicht stimmt, stimmen Fondsanleger häufig mit den Füßen ab - dafür gibt es viele Beispiele. Eines davon ist der 1999 aufgelegte JPM Global Bond EUR von JP Morgan.

HAMBURG. Dessen Manager Jon Jonsson und Duane Huff investieren weltweit in festverzinsliche Wertpapiere, sichern aber alle Erträge in Euro ab. Das taten sie bis zum Sommer 2007 recht ordentlich, so dass ihr Fonds in der Spitze 1,3 Mrd. Euro verwaltete. Seit zehn Monaten zeigt die Erfolgskurve jedoch steil nach unten, und immer mehr Anleger steigen aus: Ende Mai 2008 betrug das Volumen nur noch 244 Mill. Euro.

Wie dramatisch der Leistungseinbruch ist, zeigt der jüngste Zwölf-Monats-Vergleich von 251 Euro-Rentenfonds. Dort belegt der Fonds von Jonsson und Huff mit einem Minus von 9,20 Prozent den drittletzten Platz (siehe Tabelle). Lediglich zwei weitere, im Volumen ebenfalls stark rückläufige JP-Morgan-Produkte stehen noch schlechter da. Im Durchschnitt erzielten die Euro-Rentenfonds ein Plus von 1,36 Prozent.

"Alle drei Fonds litten unter strategischen Fehlentscheidungen, die in der Summe zu den unbefriedigenden Ergebnissen geführt haben", sagt Michael Mewes. An erster Stelle nennt der Leiter des Anleihenteams bei JP Morgan Asset Management in Frankfurt die Ausrichtung auf kurze Laufzeiten, die angesichts sinkender US-Zinsen wertvolle Performancepunkte verschenkte. Darüber hinaus waren zwischenzeitlich bis zu 30 Prozent des Portfolios in ABS-Papiere sowie in nachrangige Bankanleihen investiert. Mittlerweile sei zwar der Abwärtstrend gestoppt. "Dennoch wird es in den kommenden Monaten eine strategische Neuausrichtung geben", sagt Mewes.

Fast alles richtig gemacht haben dagegen Quentin Fitzsimmons und Peter Allwright. Die Manager des auf Rang zwei liegenden Threadneedle Target Return setzten bereits vor dem Ausbruch der Kreditkrise auf sinkende US-Zinsen und wetteten zudem auf einen sinkenden Dollar sowie sich vergrößernde Renditeabstände zwischen Renten erster Qualität und Hochzinsanleihen. Damit erzielten sie in den vergangenen zwölf Monaten nicht nur ein Plus von fast neun Prozent, sondern sammelten auch jede Menge frisches Geld ein: Zwischen Anfang Juni 2007 und Ende Mai 2008 stieg das Volumen der verschiedenen Anteilsklassen von 24 auf rund 177 Mill. Euro.

Auch wenn die Europäische Zentralbank wie erwartet die Zinsen erneut anhebt, erwartet Fitzsimmons mittelfristig auch in Europa stark sinkende Zinsen. "Zudem gehen wir davon aus, dass die Schwankungen an den Rentenmärkten noch weiter zunehmen", sagt er und sieht darin ein ideales Umfeld für flexibel agierende Manager.

Autor: Egon Wachtendorf, Das Investment

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