Ausbau des Anlagegeschäfts mit aktiv gemanagten Produkten
Geldverwalter zieht es nach Europa

Die drei weltgrößten Vermögensverwalter sehen Europa als zentrale Wachstumsregion. „Wenn sich der Publikumsfondsmarkt so entwickelt wie in Amerika, sollte sich das Volumen von jetzt über 5000 auf 10 000 Milliarden Euro verdoppeln“, sagt Thomas Balk, Europachef von Fidelity dem Handelsblatt.

FRANKFURT/M. Ähnlich wie Fidelity International äußerten sich Manager von Barclays Global Investors (BGI) und State Street Global Advisors (SSGA), die jeweils rund 1 000 Mrd. Euro betreuen. Fidelity-Manager Balk sagte: „Das Wachstumspotenzial ist hier weit höher als in den USA.“ Die drei großen Anbieter setzen allerdings unterschiedliche Akzente. Fidelity, traditionell eher auf Privatanleger ausgerichtet, will sich jetzt stärker den Institutionellen widmen. Balk spürt „von Seiten dieser Großinvestoren eine intensive und wachsende Nachfrage nach aktiv gemanagten Produkten“. Bei diesem Ansatz versucht der Fondsmanager, einen Vergleichsindex zu schlagen.

BGI und SSGA haben zwar eine andere Historie als die „aktive“ Fondsgesellschaft Fidelity. Sie sind Marktführer für „passive“ Anlagemodelle, die auf eine möglichst genaue Indexabbildung im Portfolio zielen, und sie bedienen vorwiegend institutionelle Investoren. Dennoch denken beide Häuser in einem Punkt ähnlich wie der Konkurrent Fidelity. „Wir spüren weltweit und in Europa Bedarf an aktiven Anlagelösungen, die auf einen Abgleich mit den laufenden Verpflichtungen ausgerichtet sind“, sagt William Hunt, Vorstandsvorsitzender von SSGA in Boston. Sowohl er als auch BGI-Chef Andrew Skirton sprechen dabei insbesondere Altersvorsorgeeinrichtungen wie Pensionsfonds an.

Die Marktführer im passiven Geschäft haben gute Gründe für den Ausbau ihrer aktiven Geschäftssparte. „Dahinter steht eine wichtige Entwicklung: der internationale Trend zur Aufspaltung der Depots in einen passiven und einen aktiven Teil“, erläutert SSGA-Chef Hunt. Institutionelle Investoren können mit diesem Ansatz ihr Gesamtrisiko besser steuern.

Aus diesem Grund suchen die institutionellen Anleger auch gezielter nach aktiven Managern. Die Indexmanager reagieren. Aufbauend auf ihren computergesteuerten passiven Anlagemodellen haben sie eigene aktive Investmentkonzepte entwickelt. Darauf entfallen bei BGI bereits über ein Drittel der Mittel, bei SSGA rund zehn Prozent. Das Spektrum reicht bis zu Hedge-Fonds-Angeboten, die bei Barclays zehn Mrd. Euro ausmachen. State Street liegt mit seinen gesamten alternativen Investments leicht darunter.

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