Branche fordert einheitliche globale Lösungen bei der Aufsicht
Den Hedge-Fonds schlägt die Stunde der Regulierer

Die Chancen für einen allseits akzeptierten globalen Verhaltenskodex der Hedge-Fonds-Branche stehen gut. Davon geht jedenfalls der Bundesverband deutscher Banken (BdB) aus.

FRANKFURT. Zur Kontrolle der von Hedge-Fonds ausgehenden systemischen Risiken ist nach Meinung des Bankenverbandes eine noch bessere Regulierung dieser Investorengruppe notwendig. Für die deutsche Aufsichtsbehörde BaFin hat aus diesem Grunde jetzt die "Stunde der Regulierer" geschlagen.

Es dürfe bei allen Diskussionen und versuchten Schuldzuweisungen jedoch nicht in Vergessenheit geraten, dass es in zahlreichen europäischen Ländern bereits eine gesetzliche Regulierung von Hedge-Fonds und deren Managern gebe, sagt Frank Dornseifer vom Bundesverband Alternative Investments (BAI) in Bonn. Der BAI drängt auf eine weltweite Lösung, die international bereits bestehende Gesetze und Branchenstandards berücksichtigt.

Weltweit gibt es zahlreiche Initiativen die sich eine bessere Regulierung von Hedge-Fonds zum Ziel gesetzt haben. Sowohl die EU-Kommission als auch die International Organization of Securities Commissions (IOSCO) arbeiten intensiv an entsprechenden Vorschlägen. In der IOSCO tauschen sich die Regulatoren sowohl der Wertpapierbörsen als auch der Terminbörsen ständig aus. In den USA hat die Presidents Working Group freiwillige Branchenstandards erarbeitet, die künftig in gesetzliche Regeln eingearbeitet werden sollen.

Gerade nach dem Madoff-Skandal hat jüngst selbst aufseiten der Hedge-Fonds die Bereitschaft zugenommen, sich einer besseren Regulierung zu unterwerfen. Das eigene Geschäftsgebaren wollen die Fonds gegenüber der Öffentlichkeit künftig klarer aufdecken. "Nach Madoff werden Hedge-Fonds eine wirklich umfassende Transparenz bieten müssen", sagt Horst Bennin, Geschäftsführer des zur Quandt-Gruppe zählenden deutschen Hedge-Fonds-Pioniers Auda in Bad Homburg.

Gleichwohl wird von Vertretern der Finanzdienstleistungsbranche davor gewarnt, jetzt in puren Aktionismus zu verfallen. "Schließlich waren Hedge-Fonds nicht die Verursacher der Krise", sagen die Experten des BDB. Die von der G20-Gruppe erhobene Forderung nach schärferen Regeln und einer Aufsicht für alle Marktteilnehmer werde gerade in der Öffentlichkeit häufig als Mandat zur Regulierung von Hedge-Fonds interpretiert, beklagt BAI-Vertreter Dornseifer.

Der BAI schlägt eine international einheitliche, aufsichtsrechtliche Erfassung all jener Marktteilnehmer vor, die einen signifikanten Einfluss auf die globalen Finanzmärkte haben und daher ein Systemrisiko darstellen könnten. Ausgangspunkt müsse dabei die Erfassung aller Kapitalsammelstellen sein, die bisher noch nicht erfasst und reguliert werden. Diese haben sich zum Teil in den Steueroasen der Welt angesiedelt. Der BAI erwartet, dass die Anbieter künftig nur schwer Investoren finden werden, die bereits existierende Branchenstandards nicht verbindlich anerkennen und darüber hinaus keiner adäquaten Aufsicht unterliegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%