Carmignac misstraut Google & Co und sieht bessere Kurschancen bei Halbleitern und in Südostasien
Internet-Fonds glänzen mit guten Renditen

Technologiefonds haben zurzeit Rückenwind. Allerdings ist das Kurspotenzial der kommenden Monate auch davon abhängig, wie sich die Nachfrage nach Halbleitern und anderen elektronischen Komponenten im zweiten Halbjahr entwickelt.

HB HAMBURG. Der Mai war ein Monat ganz nach dem Geschmack von Sebastian Thomas. Fast alle Papiere, die der Manager des Dit-Internet Fund in seinem Portfolio versammelt hat, machten einen kräftigen Satz nach oben – allen voran die Google-Aktie, die als größte Einzelposition zwischenzeitlich mehr als 10 Prozent des Fondsvermögens ausmachte. Hinzu kam ein kräftiger Rückenwind vom US-Dollar, so dass Euro-Anleger mit dem nahezu ausschließlich in US-Titeln investierenden Fonds 20,56 Prozent verdienen konnten. Das beste Monatsergebnis seit Februar 2000 hievte auch die Ein-Jahres-Bilanz wieder in die schwarzen Zahlen: Mit einem Wertzuwachs von 12,57 Prozent belegt Thomas unter den Technologiefonds aktuell Rang zwei.

Noch besser schnitt nur der UBS (Lux) Equity Fund Asian Techno-logy ab, der über zwölf Monate ein Plus von knapp 14 Prozent aufweist. Zwar fiel der neu erwachte Enthusiasmus für das World Wide Web in Südostasien nicht ganz so überschwänglich aus wie an der Wall Street. Doch dafür profitierte UBS-Manager Shou Pin Choo im Mai von einem anderen Umstand: Ende des Monats stockte der Indexanbieter MSCI den Taiwan-Anteil im MSCI Emerging Markets auf 18 Prozent und im MSCI Far East ex Japan sogar auf knapp 25 Prozent auf. „Da Technologie-Aktien in Taiwan sehr hoch gewichtet sind, flossen die neu angelegten Mittel ausländischer Investoren zu großen Teilen in diesen Sektor“, freut sich Choo. Sein Fonds besteht derzeit zu zwei Dritteln aus in Taipeh gehandelten Papieren, zu den größten Positionen gehören Taiwan Semiconductor Manufacturing und United Microelectronics.

Ob die Kurse in den kommenden Monaten weiter so stürmisch steigen, macht Choo in erster Linie davon abhängig, wie sich die Nachfrage nach Halbleitern und anderen elektronischen Komponenten im zweiten Halbjahr entwickelt. Historisch betrachtet seien viele branchenspezifische Titel aus der Region aber noch immer vergleichsweise niedrig bewertet.

„Die meisten US-Technologie- und Internet-Aktien sind zu teuer“, unterstreicht auch Rajesh Varma seine Vorliebe für Taiwan, Korea und Indien. Der Manager der französischen Investmentgesellschaft Carmignac, der mit den von ihm betreuten Fonds Carmignac Technologies und Carmignac Infotech die Plätze drei und vier belegt, profitierte deshalb im Mai nur wenig vom Dollaranstieg. Als weitere Performance-Bremse erwies sich die recht hohe Beimischung von Biotech- und Solarenergie-Titeln, die teilweise deutliche Verluste hinnehmen mussten.

Was die einzelnen Sektoren betrifft, so fühlt sich Varma derzeit ähnlich wie Choo bei den Halbleiter-Produzenten am besten aufgehoben. Mit Ausnahme von Google & Co traut er jedoch der gesamten Branche ein dauerhaftes Comeback zu: „Obwohl sie viel weniger zyklisch ist als allgemein angenommen, wird sie von vielen Investoren noch gemieden. Das wird sich aber sehr wahrscheinlich bald ändern.“

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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