Commerzbank-Tochter sucht Zusatzertrag für ihren Geldmarktfonds
Cominvest investiert in verbriefte Forderungen

Der Cominvest Short Term Plus gehört zu den Top-Angeboten unter den Geldmarktfonds. Mit einem Wertzuwachs von 2,60 Prozent belegt der erst Ende 2004 aufgelegte Commerzbank-Fonds im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der Researchfirma Feri Rang vier.

HAMBURG. "Bis zu 80 Prozent des Fondsvermögens werden in Asset Backed Securities investiert", nennt Cominvest-Manager Stefan Lachhammer als Grund für die überdurchschnittliche Entwicklung. Hinter diesen kurz ABS genannten Instrumenten verbergen sich illiquide Forderungen - zum Beispiel aus Hypotheken oder Autofinanzierungen -, die in handelbare, verzinsliche Wertpapiere umgewandelt wurden. Je nach Bonität und Liquidität ermöglichen sie gegenüber der reinen Geldmarktrendite ein Plus von bis zu 100 Basispunkten (entspricht einem Prozentpunkt). "Während der Drei-Monats-Euribor derzeit bei 3,56 Prozent notiert, kommen wir im Fonds auf 4,13 Prozent", sagt Lachhammer. Diesen Renditeabstand zum gängigen, kurzfristigen Eurozins will er in den kommenden Monaten halten, wobei er dem mittlerweile um 130 Basispunkte gestiegenen Euribor noch ein Potenzial von 30 bis 50 Punkten zubilligt.

Daran, dass der Euribor in absehbarer Zeit die Vier-Prozent-Marke überspringt, glaubt Wolfgang Bauer nicht. Der Manager des Activest Euro Geldmarkt Plus erwartet zwar noch eine weitere Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr, doch "dann wird es mit Rücksicht auf die Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland vermutlich erst einmal eine Pause geben", sagt er. In Anlagepolitik und Ergebnis (plus 2,56 Prozent über zwölf Monate) unterscheidet sich der Activest-Fonds kaum vom Cominvest Short Term Plus, lediglich das Volumen ist mit 4,2 Mrd. Euro deutlich größer.

Die Commerzbank steht trotz ihres guten Fonds zurzeit unter Druck. Sie war früher einmal führend im Absatz von Geldmarktfonds. Bei der Zulassung dieses Instruments in Deutschland im August 1994 verschaffte sie sich einen Startvorteil: Während die Konkurrenz noch auf die Zulassung der ersten Produkte nach deutschem Recht wartete, verkauften die Commerzbank-Mitarbeiter unter dem Slogan "Bestgeld statt Festgeld" bereits emsig in Luxemburg aufgelegte Produkte. In nur fünf Monaten kamen damals umgerechnet 6,5 Mrd. Euro zusammen.

Heute verwaltet die Commerzbank-Tochter Cominvest nur noch 3,3 Mrd. Euro in Geldmarktfonds, während es bei den aktuellen Marktführern DWS und Deka 33,7 beziehungsweise 12,5 Mrd. Euro sind. Trotz der auf die gesamte Branche bezogenen starken Mittelzuflüsse in diesem Segment (11,9 Mrd. Euro bis 30. September) verlor die Cominvest im laufenden Jahr mit einem Minus von netto 312 Mill. Euro weiter an Boden.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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