DB Real Estate hat Umstrukturierung abgeschlossen
Fondsmanager profitieren von Immobilienverkäufen

Die Grundbesitz Europa hat ihre zum Teil sehr bewegte Vergangenheit endgültig hinter sich gelassen. Dies dokumentiert nicht zuletzt die Umfirmierung: Die Deutsche Bank Tochter DB Real Estate Investment hatte den Immobilienfonds Grundbesitz Invest Mitte Mai in Grundbesitz Europa umbenannt.

HAMBURG. Für großen Aufruhr hatte seinerzeit - im Dezember 2005 - die vorübergehende Schließung des 1970 gegründeten Immobilienfonds gesorgt. Danach verkaufte die Gesellschaft insgesamt 61 deutsche Objekte und hebelte so die Wertentwicklung für die vergangenen zwölf Monate auf 16,54 Prozent. Das sind fast zwölf Prozentpunkte mehr als die Vergleichsgruppe (Tabelle).

Für Hermann Wüstefeld, Geschäftsführer der DB Real Estate, ist klar, dass er seinen Anteilseignern ein solches Ergebnis wohl so schnell nicht wieder präsentieren kann. "Die Neuausrichtung des Portfolios ist abgeschlossen, Paketverkäufe mit ähnlichen Folgen für die Wertentwicklung stehen deshalb vorerst nicht an", sagt er. Zudem sei das Marktumfeld für Zukäufe schwierig: "Gute Immobilien zu vernünftigen Preisen sind rar." Das gelte europaweit, auch für Randmärkte wie Skandinavien und Zentraleuropa, wo seine Gesellschaft intensiv nach neuen Objekten suche.

Wüstefeld und sein Team agieren deutlich anders als andere Manager offener Immobilienfonds. So sind deren Fonds nach einer Analyse des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) im Schnitt nur zu 18 Prozent des Portfolios in Einzelhandelsimmobilien investiert. Beim Grundbesitz Europa sind es dagegen 38 Prozent, wobei allein 30 Prozent auf Einkaufszentren entfallen. "Dieses Immobiliensegment ist unter anderem wegen der günstigeren Vermietungssituation attraktiv", sagt Wüstefeld.

Der Anreiz für einen Standortwechsel der Mieter sei daher bei erfolgreich geführten Einkaufszentren deutlich geringer als bei Büroimmobilien. Und die breite Streuung über zahlreiche Mieter biete mehr Schutz vor Leerstand.

Im Portfolio des zweitplatzierten UBS (D) Euroinvest Immobilien spielt der Einzelhandelssektor wegen der Fokussierung auf Büroimmobilien mit einer Gewichtung von 2,5 Prozent kaum eine Rolle. Den mit 7,70 Prozent ebenfalls überdurchschnittlichen Wertzuwachs begründet UBS-Manager Christian Paul mit dem Gewinn bringenden Verkauf von Immobilien in Deutschland.

Wie zuletzt DB Real Estate greift auch UBS auf die Möglichkeit zurück, die Anteilsausgabe zu stoppen: So können Anleger seit April 2006 nicht mehr in den Fonds einsteigen, mit einer Wiederöffnung ist laut UBS nicht vor Ende dieses Jahres zu rechnen. Wer dann in den Fonds einsteigen will, muss gut betucht sein: Die Mindestanlage beträgt 350 000 Euro.

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