Der „Weisenhorn Amerika“ legt nach herben Verlusten wieder zu
US-Nebenwertefonds gelten als riskant

Aktienfonds, deren Anlagepolitik auf Nebenwerte ausgerichtet ist, sind nichts für ängstliche Anleger. Ein Paradebeispiel für stark schwankende Anteilspreise ist der Fonds Weisenhorn Amerika, der in den Zwölf-Monats-Vergleichen von Feri Rating & Research Anfang 2005 noch zu den Schlusslichtern unter US-Nebenwertefonds zählte.

HAMBURG. Manager Johann Weisenhorn hatte damals zu stark auf Technologiefirmen gesetzt und musste seinen Anlegern Verluste von mehr als 20 Prozent erklären. Mittlerweile hat der in Wien ansässige Mitbegründer der Investmentboutique Weisenhorn & Partner seinen Fonds aber wieder auf Kurs gebracht: Mit einem Zwölf-Monats-Plus von 9,80 Prozent zum Stichtag 31. August ist der Weisenhorn Amerika Spitzenreiter seiner Vergleichsgruppe (s. Tabelle).

"Am stärksten haben sich unsere Engagements in den Bereichen Halbleiter, Software, Biotechnologie und Kommunikationsausrüstung ausgezahlt", sagt Weisenhorn. Der Vermögensverwalter managt den Fonds nach einem Rotationsmodell, bei dem die Suche nach unterbewerteten Branchen im Vordergrund steht. Angesichts seiner extremen Berg- und Talfahrten mangelt es ihm allerdings an Nachfrage: Obwohl der Weisenhorn Amerika bereits vor sechs Jahren aufgelegt wurde, kommt das Volumen nicht über drei Mill. Euro hinaus.

Mehr als 600 Mill. Euro beträgt dagegen das Volumen des zweitplatzierten Schroder US Smaller Companies. Nach Aussage von Martin Theisinger, Deutschland-Geschäftsführer von Schroder Investment Management, liegt dies nahe an der Kapazitätsgrenze. "Sollte der Fonds keine Gelder mehr aufnehmen, können Anleger mit dem 2004 aufgelegten Schwesterprodukt Schroder US Small & Mid-Cap Equity weiter auf die Expertise der Fondsmanagerin Jenny Jones setzen", betont er.

In den vergangenen zwölf Monaten erzielte dieser Fonds mit einem Zuwachs von 7,60 Prozent zwar eine etwas schwächere Wertentwicklung als der Schroder US Smaller Companies. Dennoch sieht Thomas Portig von H.C.M. Capital Management den neuen Fonds im Vorteil, weil Jones mit ihm außer in kleine Unternehmen auch in Firmen mit mittlerer Marktkapitalisierung investieren darf. "Laufen Small Caps nicht so gut, kann sie auf Mid Caps ausweichen", sagt der Münchener Fondsanalyst.

Portig gibt den beiden Schroders-Produkten eindeutig den Vorzug: "Sie bieten ein ausgewogenes Chance-Risiko-Profil, während der Weisenhorn-Fonds ein nahezu doppelt so hohes Schwankungsrisiko aufweist", urteilt er. Anlegern empfiehlt der Analyst generell, auf den Anlageschwerpunkt der Nebenwertefonds zu achten.

Autorin: Claudia Lindenberg, Der Fonds

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%