Die besten Investmentfonds
Schwaches Marktumfeld belastet Japan-Fonds

Japan ist derzeit kein gutes Pflaster für Anleger: Die schwierigen Bedingungen in Tokio wirken sich dabei auch auf die Fonds ausländischer Institute aus. Dennoch konnte besonders ein Produkt dem zähen Markt Gewinne abringen.

HAMBURG. Um Japan machen Anleger derzeit einen großen Bogen. Das zeigt beispielhaft der schleppende Start des im Sommer 2006 aufgelegten börsengehandelten Indexfonds Nikkei 225 ex von der Gesellschaft Indexchange: Gerade einmal eine Million Euro bekam die Münchener Barclays-Tochter bisher für diesen Fonds zusammen. Das schwache Marktumfeld in Tokio bescherte 124 weiteren Japanfonds in den vergangenen zwölf Monaten ein Minus. Zum Stichtag 31. August lagen lediglich zwei Produkte dieser Kategorie im Plus (siehe Tabelle).

Das mit einem Wertzuwachs von 5,74 Prozent beste Ergebnis erzielte der Metzler Japanese Equity. "Am meisten hat sich ausgezahlt, dass wir im Handelssektor gegenüber dem Vergleichsindex Topix mit 18 Prozent fast fünfmal so hoch gewichtet waren", begründet Akihide Kinugawa das gute Ergebnis. Zufrieden zeigt sich der von Tokio aus agierende Berater der Frankfurter Privatbank auch mit Investments in Industrietitel wie Mitsui, Mitsubishi und Itochu. "Diese Unternehmen erzielten in den vergangenen zwölf Monaten angesichts der enormen Nachfrage aus China und Indien Rekordgewinne", erläutert er.

Dass der Gesamtmarkt trotz positiver Unternehmenszahlen so schlecht läuft, führt Kinugawa vor allem darauf zurück, dass viele Investoren Japan aus grundsätzlichen Erwägungen heraus meiden. Der Metzler-Berater nennt in diesem Zusammenhang die enorm hohe Zahl an Yen-Krediten, die lediglich der Anlage in anderen Währungen dienten, aber auch die sich bereits zu Jahresbeginn abzeichnenden Probleme mit verbrieften Hypothekenkrediten. "Die Turbulenzen auf politischer Ebene hatten dagegen nur geringen Einfluss auf den Markt, dementsprechend wird sich an der Börsenlage auch mit einer neuen Regierung nicht viel ändern", kommentiert Kinugawa den Rücktritt von Premier Shinzo Abe. Das aktuelle Bewertungsniveau japanischer Aktien hält er mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,8 für sehr günstig.

Diese Einschätzung teilt auch Gerd Bennewirtz. "Für den japanischen Aktienmarkt spricht zudem, dass die Unternehmensgewinne derzeit mit einer Geschwindigkeit von durchschnittlich 14 Prozent wachsen", betont der Geschäftsführer des Finanzdienstleistungsinstituts SJB Fonds Skyline und rät Investoren daher zum antizyklischen Einstieg. Da Bennewirtz im Zuge fälliger Zinserhöhungen mit einer Aufwertung des Yens rechnet, hält er nicht währungsgesicherte Fonds wie den Metzler Japanese Equity derzeit für besonders attraktiv. Lob zollt Bennewirtz auch dem Metzler-Berater: "Kinugawa überzeugt durch sein Gespür für etablierte Unternehmen, die sich restrukturieren oder neue Geschäftsfelder erschließen."

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