DWS hat massive Anteilsrückgaben gestoppt
Erste ABS-Fonds werden wieder geöffnet

Die französische BNP Paribas Investment Partners wagt als erste Anlagegesellschaft die Öffnung ihrer drei ABS-Fonds. Darunter ist der in Deutschland angebotene und am 7. August eingefrorene „Parvest Dynamic ABS“ mit einem Vermögen von jetzt 670 Mill. Euro – Ende Juni war das Vermögen noch doppelt so hoch.

HB FRANKFURT. Der Fonds soll am 30. August für Anteilsrückgaben und Anteilskäufe wieder geöffnet werden. BNP Paribas rechnet mit einer Wertminderung gegenüber dem zuletzt festgestellten Anteilspreis von vier bis fünf Prozent.

Auch andere Anbieter von spezialisierten ABS-Fonds für forderungsbesicherte Anleihen (ABS) hatten im Zuge der Liquiditätsengpässe bei den Basispapieren und massiven Anteilsrückgaben der Investoren ihre Produkte eingefroren. Darunter befanden sich Axa, Union Investment, WestLB Mellon, HSBC, Sal. Oppenheim, Frankfurt-Trust. Diese Fonds wurden fast ausschließlich an institutionelle Investoren verkauft.

Von BNP Paribas heißt es: „Diese besondere Situation ermöglicht es den Anlegern, den Fonds mit einem Abschlag erneut zu zeichnen.“ Der deutsche Anbieter DWS hatte mit dem gleichen Argument seinen „ABS Fund“ geöffnet gehalten, jedoch – ähnlich wie von BNP angekündigt – auf eine marktgerechte Bewertung der Fondspapiere für die Anteilspreisberechnung umgestellt. Dieser größte deutsche ABS-Fonds hatte in der Spitze drei Mrd. Euro Volumen. Im Zuge von Anteilsrückgaben schmolz das Vermögen bis Mitte August massiv auf 1,4 Mrd. Euro ab. „Seitdem ist es stabil“, sagt ein DWS-Sprecher.

Andere betroffene Anbieter wollen ihre Fonds vorerst geschlossen halten. Die Lage am ABS-Markt bleibt nach Ansicht von Experten instabil. Die Krise am US-Markt für verbriefte Hypothekenkredite mit zweitrangiger Besicherung (Subprime) und die Sorge, dass diese in Übersee eine Rezession auslösen könnte, lähmten das Geschäft. „Es dürfte eher Monate dauern, bis die Fonds wieder öffnen“, meint Rainer Gogel, Fondsmanager bei Frankfurt Trust. Axa Investment Managers, deren Fonds stark im Subprime-Segment investiert sind, die aber ihre Fonds nur für neue Anlagegelder geschlossen hat, sieht den Markt ebenfalls weiter „unter Druck“. Die Unsicherheit über das Ausmaß eventueller Kreditausfälle bleibe belastend.

Ab Herbst könne Licht ins Dunkel kommen, heißt es von Union Investment. Vertreter der Gesellschaft halten eine Entschärfung der Lage für möglich, wenn die Banken in ihren Quartalszahlen konkreter offen legten, wie stark sie vom Subprime-Problem betroffen seien. Gogel von Frankfurt Trust rechnet hingegen erst Ende 2007 bis Anfang 2008 mit dem Gipfel der Subprime-Krise. Grund: Zum Jahresende würden viele bislang niedrig und fest verzinste Hypothekenkredite in deutlich höher, variabel verzinste Kredite gewandelt.

Besonders problematisch sind nach Ansicht von Axa neuere ABS-Emissionen niedrigerer Bonität aus den Jahren 2006/2007. Überdies seien nur die gebündelten Wertpapiere niedrigerer Qualitäten gefährdet. Problematisch seien Bonitäten von „A“ und schlechter, meint Gogel. Gut bis sehr gut geratete Titel („AA“/„AAA“) hätten keine größeren fundamentalen Probleme. Das gleiche gelte für Papiere, die mit Krediten aus Europa unterlegt seien.

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