Eckhard Sauren im Interview
„Wir kämpfen um jedes zehntel Prozent“

Die meisten Fondsmanager schaffen es nicht, den Index zu schlagen. Also Finger weg von Fonds? Nein, man muss nur die Richtigen auswählen, sagt Eckhard Sauren. Im Interview erklärt der Spezialist für Dachfonds, wie er sich von Köln aus auf die Suche nach den besten Fondsmanagern der Welt macht und warum Gewinne keine Glücksache sind.
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Herr Sauren, ihr Motto lautet: Wir investieren nicht in Fonds, wir investieren in Fondsmanager. Gibt es denn überhaupt genug gute Fondsmanager?

Eckhard Sauren: Es gibt keinen Mangel. Auch wenn es ein Großteil nicht schafft, einen Mehrwert zu erzielen, gibt es immer noch genügend, denen dies über einen längeren Zeitraum gelingt. Das hat nichts mit Glück zu tun. Zur Auswahl attraktiver Anlageideen muss man ausführlich mit den Fondsmanagern sprechen und die Richtigen auswählen.

Wie finden Sie heraus, welche gut sind?

Durch Zuhören und gezielte Nachfragen. Wir lassen uns von dem Fondsmanager erklären, wie er arbeitet, wie er denkt und wie er glaubt, einen Mehrwert gegenüber dem Markt zu erzielen. Wir wollen herausfinden, wie tief der Fondsmanager wirklich in der Materie steckt, wie konsistent seine Aussagen sind und wie sich seine Strategie in unterschiedlichen Marktrahmenbedingungen verhält.

Sie haben ihren Sitz in Köln - nicht gerade der Nabel der Finanzwelt. Ein Nachteil bei der Suche nach den besten Leuten?

Viele Fondsmanager kommen zu uns nach Köln. Aber die besten Ideen findet man in der Tat, wenn man sich auf den Weg macht. Wir sind viel auf Reisen.

Wo schauen Sie sich um?

Die meisten guten Manager sitzen in London. Aber mit Filip Weintraub haben wir auch in Stockholm einen hervorragenden Fondsmanager gefunden.

Wäre es nicht sinnvoll, gleich nach London umzuziehen?

Das hätte den Vorteil, näher dran zu sein. Andererseits ist es oft leichter, Einzelgespräche zu vereinbaren, wenn man von weiter her anreist. Diejenigen, die vor Ort sitzen, sehen die Top-Manager oft nur bei Gruppenveranstaltungen.

Oder abends beim Bier.

Das mag in manchen Fällen ein Vorteil sein. Aber eigentlich ist unser Job eine sehr nüchterne Angelegenheit.

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Kommentare zu " Eckhard Sauren im Interview: „Wir kämpfen um jedes zehntel Prozent“"

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  • Man kann sich alles schönreden. Die Fondsbranche sollte endlich von ihrem hohen Ross absteigen und die Realität begreifen. Nur wer gibt schon gerne zu, dass er sich auf verlorenem Posten befindet?

  • Wir kämpfen um jedes zehntel Prozent für unsere Provision. Der Anleger ist da nur als Melkkuh willkommen.

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