Elite Report
Deutschlands beste Vermögensverwalter 2009

Gemeinsam mit dem Handelsblatt prämiert der "Elite Report" die besten Vermögensverwalter. Wie gut ist die Beratung? Wie präzise wird das Risikoprofil des Kunden erfasst? Und wie steht es mit der Rendite? Nur wenige sind zu empfehlen. Ein Überblick.
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MÜNCHEN. Ungeachtet der Wünsche und Befindlichkeiten der Kunden schaufelt der Vermögensverwalter möglichst viele hauseigene Produkte ins Klientendepot. Eine derartig "abschreckende Art der Missachtung" findet sich laut Hans-Kaspar von Schönfels, Gründer des Fachmagazins "Elite Report", in der Welt deutschsprachiger Vermögensverwalter immer öfter.

So ist die Zahl der von der unabhängigen Jury des Fachmagazins "Elite Report" als empfehlenswert betitelten Vermögensverwalter gesunken. Mit gerade mal 49 Verwaltern erhielt gestern in München weniger als ein Siebtel der 362 getesteten Vermögensprofis im deutschsprachigen Raum eine Empfehlung. Der "Elite Report" zeichnete gemeinsam mit dem Handelsblatt zum siebten Mal Vermögensverwalter mit dem Titel "Elite" aus.

Im "Elite Report 2010"haben drei Banken das Prädikat bester Vermögensverwalter erreicht. Die Berenberg Bank, die BHF-Bank und die Hamburger Sparkasse (Haspa) wurden mit der höchsten Punktzahl ausgezeichnet. Zahlreiche Konkurrenten folgen den Siegern allerdings dicht auf den Fersen: 25 Häusern gab der Elite Report die Bestnote "summa cum laude" (siehe Tabelle). Sieben weitere Institute erhielten die zweithöchste Prämierung "magna cum laude", acht Verwalter "cum laude". Zur Elite empfehlenswerter Häuser zählen zudem neun weitere Anbieter. Ausgezeichnet wurden 25 deutsche Vermögensverwalter, 13 Schweizer, sechs österreichische, vier Liechtensteiner und ein Luxemburger Verwalter. Als angesehenster Vermögensverwalter wurde zudem Friedrich von Metzler, Bankhaus Metzler, ausgezeichnet, dem in einer Branchenumfrage das höchste Renommee zugesprochen wurde.

Im vergangenen Jahr gehörte immerhin noch ein gutes Siebtel der von der unabhängigen Jury getesteten Anbieter zur Elite, im Jahr davor ein knappes Sechstel. "Die Tophäuser werden weniger, aber unter ihnen zeigt sich eine große Kontinuität - trotz Krise", resümiert von Schönfels. So konnten 22 der 25 Spitzenhäuser ihre Position verteidigen. Immerhin 23 Vermögensverwalter wurden bereits zum siebten Mal ausgezeichnet. Dazu gehören unter anderem Bank Julius Bär, Bank Sarasin, Berenberg Bank, BHF-Bank, Bremer Landesbank, Credit Suisse, Delbrück Bethmann Maffei, DJE Kapital, Haspa, HSBC Trinkaus, LGT Bank Liechtenstein, Metzler und Pictet. Die LGT etwa ist aufgestiegen in die höchste Kategorie.

Die besten Häuser zeichneten sich unter anderem durch besondere Präzision beim Erfassen der Wünsche von Kunden und ihrer Risikotoleranz aus, sagt von Schönfels. "Diese Institute sind sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Kunden bewusst - die meisten aber nicht", meint er. Der Großteil der Vermögenden will sein Vermögen zunächst sichern. "Wertverlust ist für viele nicht zu ertragen", betont von Schönfels. Ein guter Vermögensverwalter hat - nach den Kernanforderungen des "Elite Report"- für einen sicherheitsorientierten Anleger in den vergangenen zwölf Monaten ein leichtes Plus von bis zu 1,5 Prozent nach Gebühren und Steuern erzielt.

Zum vierten Mal in Folge steht die BHF-Bank und zum siebten Mal die Haspa an der Spitze des Vermögensverwalterrankings. Die Entscheidungen über den richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkt an den Märkten dürften wie in den vergangenen 18 extremen Börsenmonaten kritisches Moment der Arbeit eines Vermögensverwalters bleiben, meint Björn H. Robens, Private Banking-Chef der BHF-Bank. "Die hohen Volatilitäten werden uns vorerst erhalten bleiben." Weiterer Kernpunkt der Vermögensverwaltung ist für ihn die individuelle Risikoanalyse.

Auch bei der Haspa steht das Thema Risiko weit oben. "Wir müssen die Kunden aus ihrer Liquiditätsstarre herausholen und entsprechend ihrer Risikoneigung wieder zu Risikoanlagen zurückführen", sagt Jörg Ludewig, Leiter Private Banking bei der Haspa. "Die Menschen orientieren sich neu", berichtet auch Andreas Brodtmann, persönlich haftender Gesellschafter der Berenberg Bank in Hamburg. Vermögensverwalter müssten auch Risiken managen, meint er: "Kunden dürfen nicht zu viel Risiko im Depot haben - das ist vielen in der Krise passiert."

Diese Art von Rankings böten Anlegern eine wichtige Hilfestellung bei der Suche eines Vermögensverwalters, sagt Marco Cabras, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Entscheidend bleibe am Ende aber der persönliche Eindruck des Anlegers.

Kommentare zu " Elite Report: Deutschlands beste Vermögensverwalter 2009"

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  • hallo herr tritur. wer ist bitte nun in ihren augen an der spitze. würde mich als kunden sehr interessieren.
    mfg

  • Guten Tag,..... Herr von Metzler ist ein bankier kein banker, ein Vermoegensverwahrer kein Spekulant. So soll es sein. besten Dank.

  • Die vom Elite-Report ermittelte Elite der Vermögensverwalter ist ganz gewöhnlicher Durchschnitt. Es sind ein paar gute darunter, viele mittelmäßige und leider auch einige Totalversager.
    Ein zur „Elite“ gezählter unabhängiger Vermögensverwalter verwaltet z.b. 4 Fonds mit einem dünnen Gesamtvolumen von 57 Mio €. Sein Aktienfonds weist eine 1-Jahresperformance von 1,7% auf, obwohl er einem maximalen 6 Monatsverlust von 34% in den letzten 3 Jahren aufweist. Solche Vermögensverwalter gehören doch nicht zur Elite. Schon gar nicht, wenn laut Fondsprospekt dem Fondsvermögen enorme Kosten in Rechnung gestellt werden dürfen ( 1,1% Verwaltungsvergütung + 0,7% beratungsvergütung + eine Erfolgsbeteiligung von 25% (!), errechnet aus der relativen (!) Performance zur benchmark, dem MSCi-World index. Verliert der Fonds 18% während der MSCi-index um 42% fällt, ergibt sich ein relativer Erfolg von 24%, aus dem sich der Fondsverwalter 25% also 6% herausschneiden darf (!!!).

    im übrigen irrt Herr Schönfels, wenn er meint, dass die wirklich guten Vermögensverwalter sich durch besondere Präzision beim Erfassen der Wünsche von Kunden auszeichnet. Die Wünsche des Kunden lassen oft keine sachgerechte Anlagepolitik zu, da sie zu sehr von Angst und Gier geprägt sind und mit der börsenstimmung schwanken. Wer sich als Vermögensverwalter darauf einlässt, wird nicht erfolgreich sein und letztlich das Vertrauen seiner Kunden verlieren.










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