Erfolgreiche Börsenneulinge
Lateinamerika-Fonds schlagen Index

Für die Manager von Lateinamerika-Fonds war es in der Vergangenheit oft schwierig, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Der jüngste Zwölf-Monats-Vergleich in dieser Kategorie vermittelt jedoch ein ganz anderes Bild.

HAMBURG. Bislang entwickelten sich in bei den Lateinamerika-Fonds vor allem Index-Schwergewichte wie Petrobras oder CVDR überdurchschnittlich gut. Aus gesetzlichen Gründen ist jedoch deren Anteil am Fondsportfolio auf maximal zehn Prozent beschränkt. Der jüngste Zwölf-Monats-Vergleich in dieser Kategorie vermittelt jedoch ein ganz anderes Bild: Im Durchschnitt erzielten die 22 von Feri Rating & Research untersuchten Fonds ein Plus von 33,65 Prozent, der Index MSCI EM Latin America legte dagegen nur um 31,13 Prozent zu (Tabelle).

Die auffallend gute Wertentwicklung führt Stefan Herz unter anderem auf die vielen erfolgreichen Börsengänge der vergangenen beiden Jahre zurück. "Insbesondere in Brasilien gingen viele Unternehmen aus Branchen an die Börse, die bislang gar nicht auf den Aktienmärkten präsent waren", sagt der Manager des Spitzenreiters Magna Latin America von Charlemagne. Er nennt als Beispiele Firmen aus der Immobilien- und der Gesundheits-Branche. Diese Titel seien meist nicht in den Indizes notiert und hätten sich größtenteils sehr gut entwickelt.

Das aktuell sehr gute Abschneiden seines eigenen Fonds führt Herz insgesamt auf die positive Entwicklung kleinerer und mittlerer Unternehmen zurück, deren Anteil am Portfolio bei rund einem Drittel liegt. "Sehr gut liefen aber auch einige brasilianische Konsumwerte wie der Autovermieter Localiza und das Einzelhandelsunternehmen Lojas Renner", ergänzt Herz.

Die letztgenannte Aktie hält auch Chris Palmer im Portfolio, der Manager des zweitplatzierten Gartmore Latin American Fund. Mit einer Gewichtung von vier Prozent stellt das Unternehmen derzeit die viertgrößte Position.

Im Oktober fiel der Gartmore Latin American jedoch etwas zurück: Während der Magna Latin American um 7,54 Prozent und der Vergleichsindex um 7,53 Prozent zulegte, kam Palmer nur auf 5,51 Prozent. "Die hohe Untergewichtung Chiles um rund fünf Prozentpunkte hat sich nicht ausgezahlt", räumt der Gartmore-Manager ein, der sich generell hohe Abweichungen vom Index erlaubt.

Detlef Glow, Leiter des Fonds-Researchs beim Analysehaus Lipper, sieht beide Lateinamerika- Fonds als gute Empfehlung für risikobewusste Investoren. "Der Gartmore Latin America gehört mit einer Historie von elf Jahren mittlerweile zu den erfolgreichen Klassikern in diesem Segment", sagt er. Für den Fonds der Magna-Reihe spreche das sehr gute Chance-Risiko-Profil seit der Auflegung vor zwei Jahren: "In den Abschwungphasen konnte der Fondsmanager die Verluste in Grenzen halten", erläutert er.

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