ETF-Geschäft
Haie im Teich

Die großen Fische fressen die kleinen! Das gilt auch im vermeintlich langweiligen Geschäft mit Indexprodukten. Sowohl in den USA als auch in Europa dominieren zwei Anbieter das ETF-Geschäft. In der Neuen Welt sind es Barclays Global Investors und State Street Global Advisors, in der alten ist es neben Barclays die Lyxor Asset Management. Der Kampf um Marktanteile wird dabei auf verschiedenen Feldern ausgefochten.

Barclays und ihre ETF-Sparte "iShares" weisen sich als die weltweit ambitioniertesten Spieler aus. Der Kampf um Marktanteile wird auf verschiedenen Feldern ausgefochten. Es geht um organisches Wachstum mit mehr Produkten. Beim Aufbau des Geschäftes ging es vor allem um die Abdeckung vieler Aktiensegmente, später um die Erschließung neuer Vermögensformen wie Anleihen, zuletzt um alternative Anlageklassen und das Einkleiden auch spezifischer Investmentstrategien in den ETF-Mantel.

In Europa konnten die Marktteilnehmer diese Entwicklungen in den vergangenen Jahren hautnah verfolgen. In jüngster Zeit überrascht hier insbesondere die noch junge ETF-Sparte der Deutschen Bank durch eine Flut von Neuauflagen. Sowohl dieser Anbieter als auch die beiden Marktführer haben inzwischen alle wichtigen Anlageklassen abgedeckt. Inzwischen sind auch Nebenmärkte bis hin zu sehr speziellen Nischen in den Programmen enthalten.

Die organische Erweiterung des Produktprogramms ist aber nur eine Wachstumsvoraussetzung. Den Weg sind in Europa bisher nur die drei genannten Adressen gegangen. Und nur eine unter ihnen hat ausdrücklich und zusätzlich die anorganische Option gewählt: Barclays. Immer wieder haben die Verantwortlichen des Hauses unterstrichen, dass sie passende Gelegenheiten nutzen wollen.

Barclays ist auch durch den wichtigsten und teuersten Zukauf in Europa in die Schlagzeilen gekommen. Erst im vergangenen Jahr schloss der international größte Vermögensverwalter die Integration von Indexchange ab. Indexchange war für hiesige Brancheninsider eine Firma mit hohem Symbolwert, Anfang des Jahrtausends und damit zum Start des europäischen ETF-Geschäftes gegründet. Damals hatte die Hypovereinsbank den Mut bewiesen, als erste Bank hierzulande eine Investmentgesellschaft mit nur einem Ziel zu gründen: ETFs aufzulegen.

Das war insoweit ein mutiges Unterfangen, als kein anderes Institut das Wagnis einer Kannibalisierung des eigenen Geschäftes eingehen wollte. Alle Banken und auch die Hypovereinsbank verfügten über Fondstöchter mit traditionell aktiver Anlagestrategie. Diese aktiven Verwalter verlangen im Vergleich zu ETFs ein Vielfaches an Gebühren, enttäuschen aber oft mit unterdurchschnittlicher Performance. Die Angst vor einem Wechsel der Kunden in die Produkte mit geringen Margen war groß.

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