Erfolgreich anlegen mit ETFs

Anlagekonzepte
Doppelt hält nicht besser

Indexfonds mit Hebel versprechen Turborenditen. Vielen Anlegern ist aber nicht bewusst, dass die Produkte enorme Risiken bergen und sich nur als kurzfristige Investments eignen.
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KölnWas gut ist, kann in doppelter Dosis nur noch besser werden. Das denken viele Investoren - und vergessen, dass zu viel des Guten oftmals schlecht ist. Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) auf den Aktienindex LevDax sind bei Privatanlegern beliebt, berichten ETF-Anbieter. Der von der Deutschen Börse berechnete LevDax ist an die Dax-Entwicklung gekoppelt, allerdings mit dem Hebel zwei. Das heißt: Steigt der Lieblingsindex vieler Deutscher, klettert er doppelt so stark; fällt er, stürzt sein Pendant doppelt so tief.

Sogenannte Hebel-ETFs sind längst in den Portfolios von Privatanlegern angekommen. Auch vor Short-ETFs, mit denen man auf fallende Kurse setzt, machen viele Privatinvestoren nicht mehr Halt. Hebel- und Short-ETFs können sich in bestimmten Marktphasen lohnen, sagen Analysten. Sie sind allerdings komplex aufgebaut und nicht einfach zu verstehen. Viele Anleger zeigen sich deshalb überrascht, wenn sich ein Hebel- oder Short-ETF nicht so entwickelt wie gedacht.

Beispiel LevDax: Steigt der Dax binnen eines Jahres um 20 Prozent, heißt das nicht, dass sein gehebeltes Gegenstück im selben Zeitraum um 40 Prozent zulegt. Der Hebel wird nämlich jeden Tag neu angepasst. So erzielt der LevDax zwar die doppelte Performance des Dax - aber immer nur bezogen auf den Schlussstand des Vortags. Über längere Zeit weicht die Wertentwicklung des LevDax deutlich von der des Dax ab. Bei anderen gehebelten Indizes sieht es ähnlich aus.

Short-ETFs haben denselben Haken. Sie zeichnen die Entwicklung von Indizes spiegelbildlich nach. Fällt etwa der Nebenwerteindex MDax, steigt sein Gegenstück, der Short-MDax, im selben Maß. Auch Short-Indizes erzielen ihre Performance stets auf Tagesbasis. Der direkte Zusammenhang zwischen ihnen und ihrem Ursprungs-Index kommt immer nur von Schlusskurs zu Schlusskurs zum Tragen. Über einen längeren Zeitraum verhalten sich Basis-Index und Short-Index deshalb nicht genau gegenläufig, sondern weichen stark voneinander ab. Viele Investoren sind sich dieser sogenannten Pfadabhängigkeit nicht bewusst. Das kann zu bösen Überraschungen führen.

Hebel- und Short-ETFs gibt es nicht nur auf Aktienindizes. Auch in Anleihen, Währungen und Rohstoffe wie Öl oder Gold können Anleger investieren. Inzwischen gibt es sogar ETFs, die die Entwicklung eines Indexes nicht nur doppelt, sondern mit noch stärkerem Hebel nachvollziehen. So bietet das britische ETF-Haus ETF Securities, ein Vorreiter auf dem Gebiet der Hebelprodukte, etwa dreifach gehebelte Indexfonds auf das europäische Aktienbarometer Eurostoxx 50 an. Mit weiteren Produkten können Anleger mit fünffachem Hebel auf die Entwicklung unterschiedlicher Währungen setzen. Dabei gilt: Je größer der Hebel, desto stärker weicht der gehebelte Index von seinem Basisbarometer ab, und desto höher ist das Verlustrisiko für Anleger.

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