Experten erwarten zweistellige Zuwachsraten
Portfoliomanager setzen auf Hedge-Fonds

Die Märkte für Hedge-Fonds und Indexprodukte werden mit zweistelligen Raten wachsen. Davon zeigten sich viele der rund 1 500 Experten überzeugt, die auf dem europaweit größten Treffen der Vermögensverwalter in Monte Carlo („Fund Forum“) versammelt waren.

HB MONTE CARLO. Dahinter steht ihrer Meinung nach der Trend der institutionellen Anleger, die Portfolios stärker in risikoarme Basisinvestments mit Indexprodukten und Beimischungen risikoreicher Anlagen mit der Chance auf überdurchschnittliche Erträge zu strukturieren. „Dieses Konzept beginnt sich durchzusetzen“, sagte Ralf Lochmüller, Partner der deutschen Anlagegesellschaft Lupus Alpha.

Das weltweite Volumen der Hedge-Fonds, die ein breites Spektrum der Anlagestrategien von konservativen bis zu sehr spekulativen Ansätzen abdecken, stieg in den vergangenen 15 Jahren von 50 auf über 1 000 Mrd. Dollar. „In weiteren fünf Jahren könnten es 2 500 Mrd. Dollar sein“, sagte Jose-Benjamin Longree, Leiter der Geschäftsstrategie von Credit Agricole Investor Services. Hinter dem Boom steht die Suche nach Alternativen zu Anleihen und Aktien, die nach Einschätzung von Experten auch in der absehbaren Zukunft nur noch einstellige Renditen abwerfen dürften.

Hedge-Fonds versprechen einen Ausweg aus diesem Anlagenotstand, weil die Renditeentwicklung relativ unabhängig von den Trends an den klassischen Wertpapiermärkten verläuft. „Der Markt hat auch noch großes Entwicklungspotenzial, weil sein Volumen trotz des rasanten Wachstums erst 1,2 Prozent des weltweiten Wertpapierbestandes und rund 6,2 Prozent des gesamten Fondsvermögens erreicht hat“, sagte Longree. In den letzten Monaten hatten einige Hedge-Fonds aber mit ihren Ergebnissen enttäuscht. Zudem fürchten Experten, dass mit dem Boom in diesem Segment die lukrativen Marktnischen allmählich zu eng werden.

Parallel zum Run auf Hedge-Fonds, die sich ausdrücklich nicht an einer Index-Messlatte orientieren, drängen die institutionellen Anleger an das andere Ende des Produktspektrums: Sie kaufen Indexfonds, die möglichst genau eine Markt-Messlatte abbilden. Am eindruckvollsten wächst der Markt für börsengehandelte Produkte, so genannte Exchange Traded Funds (ETF). Innerhalb von zehn Jahren stieg nach Angaben von Morgan Stanley das Volumen der in USA gehandelten ETFs von zwei auf über 324 Mrd. Dollar, während seit dem Start in Europa vor fünf Jahren das Vermögen der an den einzelnen Plätzen des Kontinents gehandelten Portfolios bis Ende Mai über 33 Mrd. Dollar erreicht hat. Die Gründe: Das Risiko ist kalkulierbar, die Gebühren sind niedrig, die Portfolios jederzeit zum aktuellen Wert handelbar.

Und das Wachstum in Europa wird laut der ETF-Analystin Deborah Fuhr von Morgan Stanley anhalten, weil die gesetzlichen Regeln gelockert worden sind, so dass Fonds leichter in ETFs investieren können. In Großbritannien und den USA seien rund 20 bis 30 Prozent der Gelder auf Indexbasis investiert, in Deutschland erst drei Prozent.

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