Experten sehen große Chancen für Microsoft und Co.
US-Wachstumsfonds feiern ein Comeback

US-Aktienfonds, die auf Wachstumswerte setzen, haben im zweiten Quartal erstmals seit fünf Jahren in ihrer Entwicklung die Substanzwertefonds abgehängt.

Bloomberg NEW YORK. In den drei Monaten bis 29. Juni legten Wachstumsfonds, die sich auf Aktien mit überdurchschnittlichem Gewinnwachstum konzentrieren, 3,2 Prozent zu. Substanzwertefonds, die in Aktien investieren, die günstig in Relation zum Gewinn und anderen Finanzkennzahlen gelten, kamen nur auf ein Plus von 2,4 Prozent.

„Die Kategorie Wachstumswerte wird wieder beliebt“, sagt Gary Black, Präsident von Janus Capital Group. Ein moderates Wirtschaftswachstum, niedrige Kurse im Vergleich zu Substanzwerten und steigende Gewinne werden die Wachstumswerte nach oben treiben, erwartet er. Substanzwerte entwickeln sich in der Regel besser als Wachstumswerte, wenn die US-Wirtschaft sich von einer Rezession erholt, ergab eine Studie von Janus. Im weiteren Verlauf, wenn das Wirtschaftswachstum gemäßigter wird, Zinsen und Inflation steigen, schichten Investoren in Wachstumswerte um.

„Die Wachstumswerte laufen bereits“, erklärt Jerry Jordan, Präsident von Jordan Management in Boston. Die Entwicklung bei Google sei kein Zufall. Der Aktienkurs der Internetsuchmaschine ist diese Woche über 300 Dollar geklettert. Im August 2004 war die Aktie zu 85 Dollar an die Börse gekommen.

Investoren zahlen für Wachstumswerte eine Prämie beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Im Jahr 2000 notierten die Mitglieder des Russell 1000 Growth zum 51-fachen ihres Gewinns, verglichen mit dem 21-fachen bei Substanzwerten, zeigen Bloomberg-Daten. Heute kommen die Wachstumswerte auf ein KGV von 24, Substanzwerte von 17.

Einige Aktien wie Microsoft, Cisco Systems oder Amgen, die normalerweise als Wachstumswerte gelten, werden zurzeit auf ähnlichem Niveau wie Substanzwerte gehandelt, hat Greg Locraft, Manager des MFS Growth Opportunities Fund ermittelt. „Das sind Qualitätsperlen, sie gewinnen an Wert und sie wachsen“, sagt Locraft.

Allerdings sind die Anleger, die sich im März 2000 beim Platzen der Technologieblase die Finger verbrannt haben, noch nicht in die Wachstumswerte zurückgekehrt. In den zwölf Monaten bis April zogen sie bei den 27 größten Investmentgesellschaften 42,6 Mrd. Dollar aus Wachstumsfonds ab, zeigen Bloomberg-Daten. Hingegen steckten sie 42,1 Mrd. Dollar in Substanzwerte.

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