Fonds + ETF
Filmfondsanbieter will Schaden begrenzen

Die Ideenkapital AG hat neue Vorschläge zur Schadensbegrenzung bei ihrem Filmfonds Mediastream IV vorgelegt. Sie sehen vor, dass die Anleger die investierten 231,5 Mill. Euro – davon 146 Mill. Euro in bar – schneller als geplant zurück erhalten. Der Anbieter geschlossener Fonds will damit Nachteile ausgleichen, die entstanden sind, weil die Finanzverwaltung in München das Steuerkonzept des Fonds in einer Vorprüfung nicht anerkannt hat.

HB DÜSSELDORF. Statt erwarteter steuermindernder Anfangsverluste von 130 Prozent auf die Bareinlage für das Jahr 2003 werden nach dem Willen des Finanzamtes den Mediastream-IV-Anlegern nur zehn Prozent gewährt. Deutlich niedrigere Renditen sind die Folge. Anleger-Anwälte erwägen daher rechtliche Schritte gegen die Gesellschaft.

Ideenkapital schlägt den rund 4 700 Gesellschaftern des Fonds vor, dem vorzeitigen Verkauf der Filmrechte an Twentieth Century Fox zuzustimmen. Dadurch sollen nach den Worten von Ideenkapital-Vorstand Markus W. Voigt bis zum Jahr 2006 82,1 Prozent der eigenfinanzierten Einlage an die Anleger ausgezahlt werden. Gleichzeitig soll der fremdfinanzierte Anteil der Einlage bis dahin vollständig getilgt sein. Bis zum Jahr 2013 will Ideenkapital erreichen, dass die Anleger zehn Prozent mehr Geld bekommen, als sie eingezahlt haben.

Dass sich der Hollywood-Gigant Fox auf diese für ihn unvorteilhafte Lösung einlassen will, begründet Voigt mit „Erwartungen an die weitere Geschäftsbeziehung“. Dass damit womöglich Zugeständnisse zum Nachteil der Anleger späterer Fonds verbunden sein könnten, verneint Voigt: „Wir werden beweisen, dass es nicht so ist.“

Damit der Vorschlag des Düsseldorfer Fondshauses umgesetzt werden kann, müssen 75 Prozent des Kapitals zustimmen. Die Abstimmung erfolgt im „schriftlichen Umlaufverfahren“. Das heißt: Es findet keine Gesellschafterversammlung statt. Der Treuhänder, der 98 Prozent des Kapitals vertritt, wird für den Vorschlag votieren, sofern er keine gegenteilige Weisung bekommt. Wird der Vorschlag abgelehnt, können die Anleger mit den im Prospekt genannten Ausschüttungen rechnen. Die würden sich bis 2006 auf rund 47 Prozent summieren und der fremdfinanzierte Teil würde erst 2013 getilgt. Zudem würden die Auszahlung zu diesem Zeitpunkt die Einlage um 30 Prozent übersteigen.

„Der Vorschlag dürfte einen Teil der Anleger zufrieden stellen“, meint Rechtsanwalt Gerd Krämer von der Koblenzer Kanzlei Schulte- Wissermann. „Andere, die hohe Steuerschulden haben, wollen jedoch sofort Geld.“ Krämer prüft weiterhin Klagen wegen Prospekthaftung und hat dabei neben Ideenkapital auch die Stadtsparkasse Köln im Blick, die 25,3 Prozent an der Ideenkapital Media Finance AG, eine Ideenkapital-Tochter, hält.

Krämer ist der Auffassung, Ideenkapital hätte auf Grund von Berichten Anfang Dezember 2003 über Probleme mit dem Fiskus einen Prospektnachtrag mit entsprechenden Risikohinweisen versenden müssen. Voigt entgegnet diesem Vorwurf, zu diesem Zeitpunkt habe das Finanzamt in München noch signalisiert, dass Ideenkapital sich keine Sorgen über die steuerliche Anerkennung machen brauche.

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