Finanzkrise
Hedgefonds sind in der Krise ein sicherer Hafen

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Rendite sinken, Gebühren nicht

Eine Umfrage der Forschungsgruppe Preqin unter 450 großen Investoren ergab kürzlich, dass 29 Prozent ihre Investments in Hedgefonds in den kommenden zwölf Monaten erhöhen wollen, nur zwölf Prozent planen eine Reduzierung. Das ist umso erstaunlicher, wenn man sich das Ungleichgewicht zwischen den stetig sinkenden Renditen und den hohen Gebühren anschaut, die Hedgefonds nach wie vor von ihren Kunden kassieren.

Stichwort Renditen: Vor der Krise warben Hedgefonds offensiv damit, dass sie mehr Risiko wagen - etwa mit Wetten auf den US-Häusermarkt oder gegen bestimmte Währungen -, ihre Produkte dank der aktiven Steuerung am Ende aber auch besser als der Markt oder Vergleichsindizes abschneiden, also ein „Alpha“ für die Kunden generieren. Statistiken belegen, dass dieses Alpha im Jahr 2001 im Schnitt noch bei fast zehn Prozent lag. Anfang 2012 war dann jedoch das Gegenteil der Fall – Anleger hätten mit ihrem investierten Vermögen ein bis zwei Prozentpunkte besser abgeschnitten, wenn sie nicht auf Hedgefonds gesetzt, sondern stattdessen direkt am Markt in die wichtigsten Asset-Klassen investiert hätten. Besonders einfach ist das etwa mit Hilfe von Indexfonds (ETFs), die Indizes eins zu eins abbilden. „Die Bedingungen für passive Anlagestrategien hätten in den vergangenen Jahren nicht besser sein können“, sagt Arie Assayag, Chef von UBP Alternative Investments.

Stichwort Gebühren: Die jährlichen Gebühren, die Hedgefonds kassieren, liegen bei bis zu zwei Prozent des investierten Vermögens plus Gewinnbeteiligung. Das war früher so und hat sich bis heute nicht geändert. Bei „passiven“ Produkten wie ETFs ist es nur ein Bruchteil davon. In der Vergangenheit argumentierten Hedgefonds, das intensive Risikomanagement koste Zeit und Geld, die überdurchschnittliche Fonds-Entwicklung rechtfertige einen Aufpreis. Heute argumentieren sie mit der Angst der Anleger vor immensen Verlusten. Pensionsfonds haben ihren Kunden verlässliche Ausschüttungen versprochen, sie können sich keine große Volatilität leisten - und setzen mehr denn je auf die Expertise der Hedgefonds-Gurus. Am Ende, so bringen es Kenner der Branche auf den Punkt, sind die hohen Gebühren vor allem eins: Der Preis dafür, nachts ruhig schlafen zu können.

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Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @ProKapitalismus

    Den letzten Satz kann ich sofort UNTERSCHREIBEN!!

    Wir werden geboren um zu sterben :)

  • Leider scheinen viele Menschen nicht zu verstehen, das jede "Investition" eine Wette ist. Das liegt nun mal in der Natur der Sache und daran ist nichts schlimmes.

    Selbst wenn Sie eine Eisdiele bei sich im Ort errichten, ein Autohaus aufbauen oder als Autohersteller ein neues Auto herausbringen: Man kann es genauso als Wette betiteln. Sie wetten dann darauf das ihr Geschäft laufen wird. Sie wetten auf den Standort und auf die Kundschaft. Nur allzuviele dieser Wetten gehen schief, so ist nun mal das Leben, schauen Sie sich die vielen Firmenpleiten an. Die meisten Leute die so ein Geschäft eröffnen gehen sogar all-in, klappt ihr Geschäft nicht sind Sie Pleite - von daher ist das sogar deutlich riskanter als z.B. Geschäfte an der Börse, denn hier können Sie selbst bestimmen wieviel Sie riskieren wollen und jederzeit aussteigen, das ist bei einem stationären Geschäft nicht möglich.

    Es liegt hier bei vielen Menschen ein Verständnisproblem vor. Sie denken, das eine sei "Spekulation" und "Wetten", das andere dagegen etwas "handfestes" und "sicheres". Mitnichten. Es gibt keine Sicherheiten und nichts festes im Leben, das einzige was definitiv und garantiert ist im Leben ist der Tod. Denken Sie mal drüber nach.

  • was man nicht alles so kaufen soll.

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