Fonds für einstige Boom-Branchen reagieren unterschiedlich auf neue Rahmenbedingungen
Union hält Energieversorgung für ein Mega-Thema

Total, Exxon und der amerikanische Mischkonzern 3M – diese drei Multis der Old Economy hatte Thomas Deser ebenso wenig im Sinn wie den spanischen Energieversorger Union Fenosa, als er 1999 mit dem Uni21. Jahrhundert - net an den Start ging.

HB HAMBURG. Die Internet- und Biotech-Euphorie stand kurz vor ihrem Höhepunkt, und Firmen mit etabliertem Geschäftsmodell und hohen Dividendenrenditen passten nur schwer in das Konzept eines Fonds, der den Fortschritt quasi im Namen trägt.

Wären die Anleger nach dem Platzen der Technologieblase in Scharen geflüchtet, hätte Union Investment den Jahrhundert-Fonds vermutlich längst zu den Akten gelegt. Mit einem Volumen von knapp 1,4 Mrd. Euro gehört er jedoch noch immer zu den zehn größten Branchenfonds mit deutscher Vertriebszulassung. Und macht in diesem Kreis mit verbreitertem Anlageschwerpunkt keine schlechte Figur: Mit einem Wertzuwachs von 3,66 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten belegt er unter den Top Ten den dritten Platz – direkt hinter den auf Energie- und Rohstoffaktien spezialisierten Fonds MLIIF World Energy und MLIIF World Mining von Merrill Lynch (Tabelle).

„Bei uns stehen seit Herbst 2002 alle Branchen im Fokus, in denen zu Zukunftsthemen geforscht wird“, erlärt Deser, warum die eingangs genannten Unternehmen sehr wohl in sein Portfolio passen. Ausgeschlossen sind lediglich Finanz-, Konsum- und Grundstoffwerte. Wie vorwärtsgewandt dabei Vertreter vermeintlich alter Industrien sind, verdeutlicht Deser an folgendem Beispiel: „Ölgesellschaften wie BP, Shell und Total gehören zu den größten Investoren im Solarbereich.“

Solarunternehmen zählt Deser zu den größten Profiteuren des hohen Ölpreises. Dabei komme das Geld für den Ausbau der Produktionskapazitäten nicht selten vom Kapitalmarkt, wie der gelungene Börsengang des deutschen Anbieters Conergy zeige. Aus Liquiditätsgründen sind derzeit aber weniger als fünf Prozent des Fondsvermögens in der Boom-Branche investiert. Prominent vertreten sind dagegen außer traditionellen Energie- und Industrietiteln Pharmawerte wie Glaxo Smithkline, vor allem aus Bewertungsgründen.

Den ursprünglichen Anlageschwerpunkt zu verwässern, davon hält Volker Kuhnwaldt gar nichts. Deshalb lehnt es der Manager des nordasia.com von Nordinvest strikt ab, den mehr als 500 Mill. Euro schweren Asien-Internet-Fonds mit dem deutlich kleineren, auf US-Werte spezialisierten Nordinternet zusammenzulegen. Die Perspektiven in der Region beurteilt der Nordinvest-Manager nach wie vor als gut: „90 Prozent der Internetfirmen schreiben Gewinne, und die Bewertungen sind auf einem Tiefstand.“ Als Beispiele für das nachhaltige Wachstum der Branche nennt Kuhnwaldt die in manchen Ländern fast flächendeckend vorhandenen Breitbandanschlüsse sowie die zunehmende Bedeutung der Internet-Werbung: „In Japan gibt die Wirtschaft dafür inzwischen mehr Geld aus als für Radiowerbung.“

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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