Fonds im Performance-Vergleich
Große Europa-Fonds rutschen tief ins Minus

Die zehn größten in Deutschland zugelassenen Fonds für europäische Aktien stecken mitten im Sturm der Finanzkrise: Bereits zum Stichtag 30. September verloren acht von ihnen auf Zwölf-Monats-Sicht mehr als 30 Prozent an Wert. Die Panikverkäufe vom Oktober, die allein dem Schlusslicht Fidelity European Aggressive ein zusätzliches Minus von 35 Prozent bescherten, sind in dieser Betrachtung noch gar nicht berücksichtigt.

Erheblich besser aus der Affäre zog sich der Henderson Pan European Equity, der den Abstand zum Fidelity-Fonds im Oktober mit einem Minus von nur 13 Prozent weiter vergrößern konnte. Fondsmanager Tim Stevenson hat das Portfolio vergleichsweise krisenfest aufgestellt. Mit über 20 Prozent des fast zwei Mrd. schweren Fonds ist Stevenson in Unternehmen aus dem Gesundheits- und Pharmabereich investiert. Keine andere Branche ist derart hoch im Portfolio gewichtet. Unter den zehn größten Positionen finden sich der Schweizer Arzneimittelhersteller Synthes, der Pharmakonzern Roche und der deutsche Dax-Wert Fresenius. Gleichzeitig sind Finanzwerte nur mit neun Prozent vertreten. "Dort sind wir nur sehr vorsichtig unterwegs und werden künftig unsere Anteile eher abbauen als dazukaufen", sagt Stevenson.

Ähnlich kräftige Einbußen wie der Fidelity European Aggressive musste dagegen der JPM Europe Strategic Value von JP Morgan hinnehmen. Zum Verhängnis wurde den Managern Michael Barakos und David Allen ihr eingeschränkter Handelspielraum. Vom Vergleichsindex MSCI Europe Value darf sich das Manager-Duo gemäß hausinterner Anlagerichtlinien maximal zehn Prozentpunkte entfernen. Da im Index Finanzwerte mit 42 Prozent gewichtet sind, kommt eine ähnlich niedrige Gewichtung wie im Henderson-Fonds nicht in Frage. Derzeit sind Barakos und Allen sogar mit 44 Prozent des noch rund zwei Mrd. Euro schweren Fonds in Finanztitel investiert. Auch im Rohstoffsektor wurde das JP-Morgan-Duo in den vergangenen Monaten auf dem falschen Fuß erwischt. Defensive Werte aus der Gesundheitsbranche sind dagegen nur mit rund fünf Prozent im Portfolio vertreten.

"Europäische Aktien haben kräftig nachgegeben, da man sich angesichts der zugespitzten Finanzkrise nun auch Sorgen um die Aussichten für das globale Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne macht", kommentiert Karsten Stroh, Leiter des Publikumsfondsbereichs bei JP Morgan, die Entwicklung des Fonds. Sein Ausblick fällt daher auch recht vorsichtig aus: "Europäische Aktien scheinen jetzt attraktiv bewertet zu sein", so Stroh. Die Sorgen um das Wachstum der Weltwirtschaft könnten jedoch weitere Volatilität nach sich ziehen. Ähnlich zurückhaltend äußert sich Henderson-Manager Stevenson. "2009 wird ein schwieriges Jahr", sagt er, fügt aber sogleich hinzu: "2010 wird in jeder Hinsicht besser."

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