Fonds-Rankings
Dachfondsmanager stufen Nebenwerte als attraktiv ein

Für Christophe Bogaert ist weniger mehr - und zwar in doppelter Hinsicht. Zum einen hat der Manager des KB Lux Key Fund European Smaller Companies der luxemburgischen Kredietrust eine Vorliebe für kleine Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung. Zum anderen hält er sein Portfolio mit sechs Zielfonds bewusst begrenzt. "Wer besser als der Index sein will, muss sich auf wenige Titel beschränken", sagt Bogaert.

HAMBURG. Der Erfolg gibt ihm Recht: Mit einem Wertzuwachs von 26,92 Prozent hat sein Fonds 2006 nicht nur den HSBC-Small-European-Index um knapp drei Prozentpunkte abgehängt, sondern belegt in der Kategorie der ausschließlich in Aktienfonds investierenden Dachfonds den ersten Platz (s. Tabelle).

Auf Rang drei findet sich mit dem European Selection der österreichischen Volksbank Invest KAG ein weiterer Dachfonds, der ausschließlich in europäische Zielfonds investiert. Dessen Manager Daniel Zeska beschränkt sich jedoch nicht auf Nebenwertefonds und achtet auf eine breitere Streuung: Derzeit hält er elf Zielfonds, bis zu 20 dürfen es werden.

Vom Grundsatz her verfolgt Zeska eine Core-Satellite-Strategie: Den Kern (Englisch: Core) seines Portfolios bilden Produkte ohne erkennbaren Fokus. Daneben investiert er in spezielle Branchen- oder Länderfonds. Diese so genannten Satelliten machen momentan 32 Prozent des European Selection aus. Bei den Branchen gehörten die Telekommunikations-, Pharma- und Industriefonds 2006 zu seinen Favoriten. Auf Länderebene hat er vor allem auf Skandinavien gesetzt. "Das war 2006 eine der Top-Renditequellen", sagt Zeska.

So unterschiedlich die Zusammensetzung der beiden Dachfonds ist - bei der Auswahl ihrer Zielfonds legen Bogaert und Zeska ähnliche Maßstäbe an. Beide orientieren sich nicht an einem Vergleichsindex. Stattdessen achten sie vor allem auf die Qualität der Fondsmanager.

Bevor sie ein Produkt in ihr Portfolio aufnehmen, wollen sie den Manager persönlich kennen lernen. Wechselt das Management, sortieren sie den Fonds sofort aus. Deutlich reduziert hat Zeska den Anteil an Fonds, die auf kleinere Unternehmen setzen. Machten sie Anfang 2006 noch rund 25 Prozent aus, so sind es derzeit noch zehn Prozent. Da er mit einem nachlassenden Wirtschaftswachstum in Europa rechnet, bevorzugt er auch für 2007 defensive Branchen wie den Pharmabereich.

Kredietrust-Manager Bogaert kann bei seinem Fonds nicht von kleinen Unternehmen abrücken. Dies sieht er jedoch nicht als Nachteil. "Kleine Werte bleiben sehr attraktiv, auch wenn das Wachstum nachlässt", sagt er. Regional würde Bogaert gern stärker in Osteuropa investieren. Allerdings finde er dafür noch zu wenig geeignete Fonds.

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