Fonds-Thema des Monats
Mit Fonds direkt in Rohstoffe investieren

Mit Investmentfonds, die direkt in Rohstoffe investieren, konnten Anleger in den vergangenen Jahren zum Teil stattliche Gewinne erzielen. Der zwischenzeitliche Preis-Einbruch bei einigen Rohstoffen könnte jetzt noch einmal eine Gelegenheit sein, einzusteigen. Doch nicht jeder Fonds bietet die gleichen Chancen.

Rohstoffe als Anlageklasse: Das war über viele Jahre ein Thema für Außenseiter. Fondsmanager wie Evy Hambro und Graham Birch, die sich mit ihrem World Mining Fonds bereits vor zehn Jahren darauf spezialisiert hatten, in aussichtsreiche Rohstoffunternehmen zu investieren, galten als Exoten in ihrer Branche. Heute sind sie Stars. Das Fondsvermögen des World Mining hat sich in den vergangenen elf Jahren unter Hambros Management verzweitausendachthundertfacht. Andere Fonds zogen nach - wenn auch nicht ganz so eindrucksvoll wie der Branchenprimus.

Ein Grund für den Erfolg: Die Rohstoffpreise rund um den Globus sind in den vergangenen Jahren rapide gestiegen. Öl ist heute achtmal so teuer wie vor zehn Jahren, Kupfer kostet fünfmal so viel - und eine Unze Gold das Dreifache des Preises, den Anleger noch vor der Jahrtausendwende dafür zahlen mussten. Auch die Kurse der Minengesellschaften sind im Laufe des Rohstoff-Booms stark gestiegen. Wer rechtzeitig in Unternehmen wie Rio Tinto, BHP Billiton oder Minenfonds wie den World Mining investierte, konnte sein Kapital in den vergangenen Jahren vervielfachen. Doch die Kurse der Minengesellschaften reagieren nicht nur auf die Preisentwicklungen an den Rohstoffmärkten, sondern auch auf allgemeine Börsentrends. So sind im Zuge der Finanzkrise seit Anfang des Jahres auch die Kurse von Rohstoffunternehmen unter Druck geraten.

"Für Anleger, die ihr Portfolio breiter diversifizieren und damit stabilisieren möchten, bietet sich die direkte Investition in Rohstoffe selbst an", sagt Michael Verhofen von Allianz Global Investors. "Denn die Preise von Rohstoffen entwickeln sich im Gegensatz zu den Aktien von Rohstoffunternehmen relativ unabhängig von anderen Anlageklassen. Wenn die Aktien- oder Rentenkurse fallen, können die Preise für bestimmte Rohstoffe trotzdem steigen. Allerdings sind die Notierungen von Rohstoffen kurzfristig volatiler", so Verhofen, der als Fondsmanager die Geschicke des Allianz Commodities Strategy Fonds lenkt. Der Fonds investiert in Industriemetalle, Edelmetalle, Energie und Agrarrohstoffe.

Pech für Fondsmanager Verhofen: Sein Fonds wurde im Mai just in eine Phase hinein emittiert, als die Preise einiger Rohstoffe gerade gleichzeitig fielen. Das bescherte den Anlegern des Fonds in den drei ersten Monaten seit Auflegung ein Minus von rund zehn Prozent. Der dem Fonds zugrunde liegende Corals-Index kann zwar auch Short-Positionen eingehen, also auch auf fallende Rohstoffnotierungen setzen, doch die Entwicklung kam wohl zu überraschend. Verhofen bleibt trotz des schlechten Einstands optimistisch: "Langfristig sprechen viele Faktoren für eine Fortführung des Rohstoffbooms". Der rasante wirtschaftliche Aufschwung vieler Schwellenländer und die demografische Entwicklung würden dafür sorgen, dass über Jahre hinweg die Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen schneller steigt als das Angebot, so Verhofen.

Große Unterschiede in der Performance

Mit der Langfristprognose dürfte Verhofen Recht behalten. Der wirtschaftliche Aufschwung und der zunehmende Wohlstand in Asien, insbesondere in China, haben dazu geführt, dass die Menschheit deutlich mehr Industriemetalle, Energie und Nahrungsmittel verbraucht. Und auch der Bedarf nach Edelmetallen ist gestiegen. Gleichzeitig kommen die Rohstoff-Produzenten kaum nach. Bei Gold und Öl kommt noch hinzu, dass nach jüngsten Schätzungen spätestens in 40 bis 50 Jahren der letzte Nugget aus einer Mine und der letzte Tropfen Öl aus den Tiefen der Erde gefördert sein werden. Der zunehmende Nachschubmangel dürfte bei gleichzeitig steigender Nachfrage die Preise weiter nachhaltig nach oben treiben.

Die Frage ist: Wie können Anleger von dem Megatrend "Rohstoff-Boom" profitieren? Dass die Tücke auch hier im Detail liegt, zeigen die Wertentwicklungen verschiedener Rohstoff-Fonds. Da die in Deutschland zugelassenen Fonds alle noch sehr jung sind und deshalb keine langen Zeitreihen vorliegen, muss ein Blick auf das vergangene Jahr genügen, um fast alle Fonds miteinander zu vergleichen. Und schon hier tun sich enorme Unterschiede auf. Während beispielsweise der Commodity Alpha OP im Jahresverlauf 2007 seinen Anlegern eine schwarze Null bescherte, konnten sich diejenigen, die in den DB Platinum Commodity investiert hatten, über 41,5 Prozent Wertzuwachs freuen.

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