Fonds-Vergleich
Biotech-Fonds setzen auf Marktführer

Krise? Welche Krise? Es gibt derzeit weltweit nur ganz wenige Sektoren am Aktienmarkt, die eine solche Gelassenheit zulassen. Der Biotech-Bereich gehört ohne Zweifel dazu, wie die Ergebnisse der besten Fonds aus diesem Sektor bestätigen.

HAMBURG. Während der MSCI Weltindex in den vergangenen zwölf Monaten mit mehr als 35 Prozent ins Minus rutschte, verloren der Allianz-Dit Biotechnologie und der Franklin Biotechnology Discovery weniger als sieben Prozent an Wert (siehe Tabelle). "Viele von den Marktführern entwickelte Medikamente sind unverzichtbar", begründet Franklin-Templeton-Manager Evan McCulloch die Widerstandsfähigkeit der Branche. Ein Paradebeispiel sei Gilead Sciences, zu deren Aids-Präparaten es kaum eine Alternative gäbe. Solange die aktuelle Krise anhält, rechnet McCulloch weiter mit überdurchschnittlichen Ergebnissen. "Erst danach dürften Anleger wieder verstärkt in zyklische Branchen investieren", sagt er.

Und doch, auch mit Beteiligungen im Biotech-Sektor ließ sich im laufenden Jahr viel Geld verlieren. Das zeigen einige Fonds am Ende der Tabelle, deren Portfolio zu einem beträchtlichen Anteil aus Nebenwerten besteht. "Kleinere Unternehmen benötigen in der Regel Geld, um ihr Wachstum und entsprechende Entwicklungen zu finanzieren", erläutert McCulloch. Weil dieses Geld im gegenwärtigen Umfeld nicht zu bekommen sei, konzentriert er sich seit geraumer Zeit auf großkapitalisierte Unternehmen, die wie Gilead, Genzyme, Amgen, Genentech oder Celgene über gute Bilanzdaten verfügen.

Die Konzentration auf Marktführer mit hohem positiven Cashflow sieht auch Allianz-GI-Managerin Nicole Papassavvas als einen der Hauptgründe, warum ihr Fonds auf Zwölf-Monats-Sicht das Feld anführt. "Einen positiven Beitrag hat auch der von Eli Lilly gewonnene Bieterwettstreit um Imclone geleistet", sagt sie. Das auf die Krebsforschung spezialisierte Unternehmen stieg dadurch zeitweise zu einer der größten Beteiligungen ihres Fonds auf. Papassavvas vermutet, dass es 2009 zu weiteren Übernahmeschlachten kommen könnte: "Anders als im Biotech-Bereich laufen in der Pharmabranche ab 2010 viele Patente aus, entsprechend groß ist der Handlungsdruck", begründet sie.

Die Allianz-GI-Managerin nennt noch ein weiteres Argument, warum große Biotech-Unternehmen auch 2009 besser abschneiden sollten als kleinere Firmen: "Die amerikanische Gesundheitsbehörde agiert bei der Zulassung neuer Medikamente noch immer sehr vorsichtig, das kommt den Etablierten zugute." Wie bei den meisten anderen Fonds der Kategorie stellen US-Aktien im Allianz-Dit Biotechnologie das mit Abstand größte Kontingent. Ihr aktueller Anteil am Portfolio beträgt 88 Prozent - acht Prozentpunkte mehr als beim Zweitplatzierten Franklin Biotechnology Discovery. Dessen Manager McCulloch allerdings hält zwölf Prozent des Fondsvermögens als Barreserve, so dass Nicht-US-Titel gerade einmal sieben Prozent ausmachen.

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