Fonds-Vergleich
Lateinamerikafonds leiden unter der Konjunkturflaute

Steigende Rohstoffpreise verliehen ihnen Auftrieb, sinkende Rohstoffpreise reißen sie jetzt mit in die Tiefe - Lateinamerikafonds machen ihrem volatilen Image derzeit alle Ehre. In den vergangenen zwölf Monaten verloren sie durchschnittlich 45 Prozent an Wert.

HAMBURG. "Die Furcht vor einer weltweiten Konjunkturflaute hat fast alle Rohstoffpreise getroffen", sagt Anders Damgaard, Manager des ISI Latin America Equities der dänischen Investmentgesellschaft Sydinvest. Spurlos ging das an seinem Fonds nicht vorbei: Obwohl er auf Sicht von zwölf Monaten an der Spitze der Kategorie liegt, beträgt das Minus mehr als 42 Prozent.

Als Grund für das vergleichsweise gute Abschneiden nennt Damgaard den rechtzeitigen Ausstieg aus den abgestraften Rohstoffaktien. "Während der vergangenen sechs Monate machte der Rohstoffsektor über Aktieninvestments zum Beispiel in Kupferminen oder Stahlwerke nur einen relativ geringen Anteil des Portfolios aus", sagt er. Derzeit liegt der Rohstoff-Anteil bei rund 19 Prozent, zu Spitzenzeiten waren es 30 Prozent.

Dennoch ist die Branche nach wie vor die am stärksten vertretene in Damgaards Fonds. Denn der Fondsmanager sieht trotz der derzeitigen Flaute am Energie- und Rohstoffmarkt hoffnungsfroh in die Zukunft. Der Grund: Durch die niedrigeren Preise verbessere sich die Basis für das Wirtschaftswachstum etwa in China und Indien. Das wiederum dürfte die Nachfrage nach Rohstoffen dort anheizen und den lateinamerikanischen Aktienmärkten wieder auf die Sprünge helfen, so Damgaard.

Einen mit 17 beziehungsweise 16 Prozent fast gleich großen Anteil wie Rohstoffe machen derzeit Telekommunikationsdienste und Versorgungsbetriebe am Fondsvolumen aus. Auf diese eher konjunkturunabhängigen Sektoren setzt auch Jan Nellemann, Manager des Latin-American-Equities-Fonds bei Jykse Invest. "Im Frühjahr haben wir uns entschieden, unsere Positionen im Versorger-, Gebrauchsgüter- und Gesundheitsbereich auszubauen und den Rohstoff-Fokus etwas abzubauen", benennt er die Strategie, mit der auch er die Fondsverluste im Zaum halten konnte. Der Jyske-Fonds hält sich mit einem Minus von knapp 44 Prozent auf Platz Drei der Vergleichsgruppe.

An der eher defensiven Strategie will Nellemann zunächst festhalten. Zu den größten zehn Positionen gehören Firmen wie der Telekommunikationsanbieter America Movil (9 Prozent) und der Limonadenabfüller Coca Cola Femsa (2,6 Prozent). Aber auch Nellemann sieht optimistisch in die lateinamerikanische Börsenzukunft. "Das Wirtschaftswachstum ist immer noch ordentlich und die Unternehmensverschuldung gering", so Nellemann. "Deshalb bleibt Lateinamerika eine interessante Investmentgelegenheit."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%