Fondsbranche
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Für die Fondsbranche war 2008 das katastrophalste Absatzjahr ihrer Geschichte: Ihr verwaltetes Vermögen schmolz um ein Drittel zusammen. Nun will die Branche verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückgewinnen und hofft auf Besserung.

FRANKFURT. Für die Fondsbranche ist längst ausgemacht, wie es zum katastrophalsten Absatzjahr ihrer Geschichte kommen konnte: Die Finanzkrise, verängstigte Anleger und die Politik sind schuld. Das Jahr 2008 dezimierte ihr verwaltetes Vermögen um knapp ein Drittel. Was die Wertverluste an den Märkten nicht wegfraßen, entrissen ihnen die Anleger, die zeitweilig panisch Milliarden von Euro aus Fonds abzogen - insbesondere aus Geldmarktfonds.

Insgesamt verloren die vor allem für Privatanleger aufgelegten Publikumsfonds knapp 28 Mrd. Euro auf einen Kapitalbestand von 576 Mrd. Euro. Den für institutionelle Anleger lancierten Spezialfonds flossen hingegen knapp 20 Mrd. Euro zu. Die Branche ringt jetzt um die Privaten. Wolfgang Mansfeld, Präsident des Branchenverbands BVI, formuliert es bei der Vorlage der Jahresbilanz so: "Unsere zentrale Aufgabe ist es, das Vertrauen der Anleger in die Fondsanlage zurück zu gewinnen."

Da die Stabilisierung der Kapitalmärkte auf sich warten lässt und Anleger bis dahin wohl weiter ihr Geld bei Banken parken dürften, stellt sich die Branche auf Einschnitte ein, denn die Einnahmen sind an das Fondskapital gekoppelt. "Wir stehen auf der Kostenbremse", sagt Mansfeld. Berater schätzen die Kostensenkungen auf zehn bis dreißig Prozent. Fonds dürften zusammen gelegt oder geschlossen werden, hier erwarten Experten eine Bereinigung von rund 300 der gut 6 000 Publikumsfonds für Private in diesem Jahr.

Personalabbau ist vorerst zwar kein Thema. "Mitarbeiter entlassen wir nicht, so weit sind wir noch lange nicht", sagt etwa Thomas Neiße, Deka-Investment-Chef. Doch Mansfeld meint, bei den Sparbemühungen müssten sich die einzelnen Gesellschaften - vor allem wenn die Krise anhalte - alle Schritte offen halten.

Vertrauen wollen die Anbieter schaffen, in dem sie auf "klare und transparente Produkte" setzen, sagt Barbara Knoflach, Chefin von SEB Asset Management. Um den "Kundenwünschen nach Sicherheit zu entsprechen, werden wir auch mehr Garantien gegen Kapitalverluste bieten müssen", sagt Neiße. Ferner sieht Horst Eich, Deutschland-Chef der Allianz-Tochter AGI, einen Trend zu erfolgsabhängigen Gebühren.

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