Fondsbranche widerspricht Finanzplatzinitiative
BaFin schreckt Anleger aus dem Ausland nicht

Eine staatliche Aufsicht über Immobilieninvestment-Trusts, so genannte Reits, würde ausländische Investoren nicht abschrecken. Diese Auffassung vertrat Siegfried A. Cofalka, Geschäftsführer der Oppenheim Immobilien-Kapitalanlagegesellschaft mbH (OIK), am Dienstagabend vor dem 7. Fonds-Salon des Branchenverbandes BVI in Frankfurt.

rrl DÜSSELDORF. Seine Argumente: Ausländische Anleger kauften auch Bank- und Versicherungsaktien, obwohl diese Gesellschaften von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kontrolliert würden. Zudem komme 20 Prozent des Kapitals in den von der BaFin beaufsichtigten Immobilien-Spezialfonds von ausländischen Adressen. Deren relativer Anteil wachse schneller als der inländischer Investoren. Immobilienspezialfonds werden für institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionskassen aufgelegt.

Cofalka widersprach damit der Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD), die befürchtet, dass eine Aufsicht über die steuerbegünstigten Immobilienaktien durch das BaFin ausländische Anleger abhalten werde. Signale aus dem Bundesfinanzministerium (BMF) deuten darauf hin, dass es den Vorstellungen der IFD folgen wird. Die Einführung von Reits wird zurzeit für das zweite Halbjahr 2006 oder Anfang 2007 erwartet.

Die Diskussion über die Aufsicht erfolgt vor dem Hintergrund einer möglichen Konkurrenz zwischen Spezialfonds und Reits. Nach einem im Januar 2005 vorgestellten Bericht geht die IFD davon aus, dass von 2005 bis 2010 rund sieben Mrd. Euro Immobilienvermögen durch die Umwandlung von Spezialfonds in Reits überführt werden können. Eine Annahme, der Cofalka eine Studie des Vermögensverwalters Feri entgegensetzt, wonach Substitutionsprozesse kaum zu erwarten seien. Laut BVI verfügen Immobilienspezialfonds zurzeit über knapp 16 Mrd. Euro Vermögen.

Cofalka, der bei Oppenheim in das Reit-Geschäft einsteigen möchte, strebt nicht eine Kontrolle durch das BaFin an. Angesichts der geplanten Steuervorteile müsse jedoch eine Stelle feststellen, ob eine Gesellschaft die Voraussetzungen für den Reit-Status erfülle. Das könne auch das Betriebsstättenfinanzamt sein, sagte er. Reits sollen von der Gewerbe- und Körperschaftsteuer befreit werden. Die Besteuerung des zu 90 Prozent auszuschüttenden Gewinns soll beim Anleger erfolgen.

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