Fondsgebundene Vermögensverwaltung
Populär, aber oft renditeschwach

Die fondsgebundene Vermögensverwaltung bietet Depots für jeden Risikotyp. Ein guter Gedanke – aber nur wenige Anbieter bekommen gute Noten.
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FRANKFURT. Geldanlage mit Fonds – das klingt einfach. Und viele Banken versuchen sich daran. Doch oft hapert es an der Rendite. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der unabhängigen Analysegesellschaft Fonds Consult. Die Resultate liegen dem Handelsblatt vor. „Die Wertentwicklungen sind oft unterdurchschnittlich, vor allem, wenn man auch die Wertschwankungen berücksichtigt“, sagt Vorstand Rüdiger Sälzle, Autor der Studie.

Es geht um einen Markt von 28 Mrd. Euro. Hier tummeln sich vor allem Banken mit standardisierten, fondsgebundenen Vermögensverwaltungen. Sie bieten Kunden oft schon ab 10 000 Euro Vermögen eine kleine Zahl von Depots an. Die jeweiligen Modelle sind konservativ bis offensiv ausgerichtet – je nach Risikoneigung des Anlegers. Mit zunehmender Risikobereitschaft steigt etwa die Aktienquote und sinkt der Anleiheanteil. Die Fonds-Consult-Noten sind durchschnittliche Bewertungen für alle angebotenen Varianten, wobei Renditen und Wertschwankungen über mehrere Zeiträume benotet wurden.

Der Markt wird beherrscht von der Dekabank, die auf diesem Feld 11,4 Mrd. Euro betreut. Sie steht auch in der Bewertung von Fonds Consult gut da. Die besten Noten bekommen allerdings die Fürst Fugger Privatbank und die Commerzbank mit ihrer Vermögensverwaltung, die sie von der Dresdner Bank übernommen hat. Hier sind die Volumina mit 0,3 und 3,1 Mrd. Euro jedoch deutlich geringer.

Die Finanzkrise belastet alle Anbieter, auch jene mit guten Noten wie die Dekabank. „Mittelabzüge haben ihr zu schaffen gemacht“, sagt Sälzle. Steffen Selbach, Leiter Vermögensverwaltung der Dekabank, bestätigt: „Das Krisenjahr 2008 war ein Leidensjahr für uns. Manche Anleger waren enttäuscht und sind ausgestiegen.“

Solche Erfahrungen machten auch andere Anbieter. „Die Anleger akzeptieren nur noch geringe Verluste, wenn die Märkte nach unten drehen“, sagt Selbach. „Deshalb haben wir vor zwei Jahren für alle angebotenen Depotvarianten Verlustbegrenzungen und Kapitalerhalt eingeführt.“ Für das wachstumsorientierte Depot heißt das beispielsweise, dass pro Jahr ein maximaler Verlust in Höhe von zehn Prozent zugelassen wird. Im Fall des Falles werden Aktien in Termingeld umgetauscht, um die Verluste zu begrenzen.

Am unteren Ende der Rangliste finden sich mit nur ausreichenden Noten zwei Anbieter aus dem genossenschaftlichen Bankensektor. „Wir haben erkannt, dass man es besser machen kann und in diesem Jahr schon aufgeholt“, sagt Thomas Romig, seit einem Jahr Chef der Vermögensstrukturierung bei Union Investment, dem Fondsanbieter der genossenschaftlichen Banken. Die ursprünglich ebenfalls von Union gesteuerte Vermögensverwaltung „Swiss Rubinum“ übernahm zu Jahresbeginn die schweizerische Niederlassung der DZ Bank.

Es gibt weitere Gründe für Umstrukturierungen. „Die Kundenbedürfnisse werden immer individueller“, sagt Romig. Deshalb bietet die Union seit kurzem neue Produkte mit unterschiedlichen maximalen jährlichen Verlustbegrenzungen. Das heißt, es wird bei größeren akzeptierten Schwankungen je nach Marktlage ein höherer Aktienanteil vorgesehen.

Die Dekabank will noch weiter gehen. Sie wird im ersten Halbjahr 2011 individuelle Depotstrategien je nach Risikoprofil anbieten. Bei gefährlichen Marktlagen werden dann nach Vorgabe des Anlegers Teile des Depots in stabile Geldmarktfonds umgetauscht, so dass ein vorgegebenes Wertniveau auf jeden Fall gehalten wird.

Trotz aller Verbesserungen bleibt ein Problem bestehen. „Die Kostenquote nähert sich im Einzelfall bei aktienorientierten Strategien der Marke von drei Prozent pro Jahr und übertrifft damit deutlich die Kostenbelastung klassischer Investmentfonds“, sagt Sälzle. Auch die Einführung von Verlustbegrenzungen habe Nachteile. „Das erschwert die Markttransparenz und Vergleichbarkeit enorm“, so Sälzle.

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  • Der Hinweis im Text auf die Noten ist wenig hilfreich, wenn es keinen erkennbaren Link gibt,
    diese Noten aufzurufen.

    mfG

    H.-D. Ruffer

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