Fondsgeschäft belastet
Anleger ziehen massiv Kapital aus Fonds ab

Der vorläufige Höhepunkt der Kreditkrise hat das Geschäft der Fondsanbieter in Europa belastet: Im März, dem Monat der Schieflage des US-Brokerhauses Bear Stearns, gaben die Anleger laut Lipper Feri Anteile im Gegenwert von netto 28,7 Mrd. Euro zurück. Laut Experten können Anbieter in Europa erst im späteren Jahresverlauf wieder mit stärkerer Nachfrage rechnen.

FRANKFURT. Dies waren nach Angaben des Londoner Datendienstleisters die vierthöchsten Abflüsse seit Ausbruch der Krise im vergangenen Sommer. Im Vormonat waren der Branche noch rund elf Mrd. Euro zugeflossen.

„In den folgenden Monaten erwarten wir eine leichte Erholung bei den Aktienfondsabsätzen und steigende Zuflüsse bei den Geldmarktprodukten“, sagt Lipper-Feri-Leiterin Diana Mackay. „Die Aktivitäten dürften aber bis nach dem Ende der Sommerferien gedämpft bleiben.“ Ganz ähnlich urteilt Klaus Esswein, der die Deutschlandsparte von State Street Global Advisors führt: „Senkung des Risikos bleibt das große Thema für private und institutionelle Anleger, deshalb dürften die erstklassigen Geldmarktprodukte gefragt bleiben.“

Ausschlaggebend für die schlechten Märzdaten war der saisonal bedingte Absatzrückgang bei Geldmarktfonds. Die wertstabilen Produkte erhielten nur noch 7,6 Mrd. Euro an frischem Kapital – nach 28,5 Mrd. Euro im Februar. Das war vor allem der Zurückhaltung auf dem französischen Markt zuzuschreiben. Hier setzen institutionelle Großanleger ähnlich wie in Deutschland die Instrumente verstärkt zur Liquiditätssteuerung ein. Der März ist in Frankreich ein Steuertermin, zu dem größere Teile der Engagements in Geldmarktfonds aufgelöst werden. Später fließen jedoch Mittel wieder zurück.

In anderen wichtigen Anlagekategorien waren insbesondere die verstärkten Negativbilanzen bei den Anleihe- und Aktienfonds wichtig. Hier flossen 13,7 Mrd. bzw. 11,5 Mrd. Euro ab. Damit erhöhten sich die Abflüsse auf diesen beiden wichtigen Feldern im Vergleich zum Vormonat um insgesamt elf Mrd. Euro.

Die Anbieter-Hitliste für März führen die Anlagesparten der State Street und der Bank of New York/Mellon mit Absätzen von rund 2,3 Mrd. bzw. 2,0 Mrd. Euro an (siehe „Top Five der Gesellschaften“). In der Teilstatistik für die in mehreren Ländern angebotenen Produkte stehen die Fondsbereiche von Barclays und der Deutschen Bank bzw. ihrer Fondstochter DWS vorne. Hier sind die im Absatz stark schwankenden Geldmarktfonds ausgeschlossen, um den Blick auf langfristige Fondsanlagen zu konzentrieren.

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