Fondsgesellschaften
Europas Anleger greifen zu Geldmarktfonds

Die Fondsgesellschaften haben mit ihren in Europa aufgelegten Produkten im Januar netto 21,7 Mrd. Euro eingesammelt. Es ist laut Datenanbieter Lipper FMI das beste Monatsergebnis seit über einem Jahr. Die Stabilisierung des Geschäfts in Europa gebe aber höchstens Anlass zu vorsichtigem Optimismus, meinen Experten.

FRANKFURT. Die Fondsgesellschaften sammelten mit ihren in Europa aufgelegten Produkten im Januar netto 21,7 Mrd. Euro ein. Es ist laut Datenanbieter Lipper FMI das beste Monatsergebnis seit über einem Jahr. Auch für den deutschen Absatzmarkt hatte die kürzlich vorgelegte Statistik des nationalen Fondsverbandes eine vorsichtige Stabilisierung des Geschäftes signalisiert (Handelsblatt vom 5. März).

Die europäischen Daten geben dennoch höchstens zu vorsichtigem Optimismus Anlass. "Das Ergebnis ist getrieben von starken saisonalen Ereignissen in Frankreich und dem Absatz von Indexfonds", sagt Lipper-FMI-Leiterin Diana Mackay.

Allein Geldmarktfonds zogen im Januar fast 24 Mrd. Euro an, nach knapp zwei Mrd. Euro im Dezember. Vor allem französische institutionelle Investoren parkten ihr Kapital zum Jahresstart in Geldmarktfonds. Einen Hinweis darauf gibt die Häufung französischer Adressen in der Absatz-Hitliste.

Neben den Geldmarktfonds trugen lediglich Aktienportfolios zum positiven Gesamtabsatz bei - wenn auch mit weit geringerem Volumen. Rund 1,7 Mrd. Euro flossen den Anbietern zu, nach 11,1 Mrd. Euro im Dezember. Hier schlug die hohe Nachfrage nach börsengehandelten Indexfonds (ETFs) zu Buche, die knapp sechs Mrd. Euro anzogen. Auch diese Tendenz spiegelt sich in der vorliegenden Tabelle wider. Mit Barclays Global Investors und der Deutschen Bank spielen zwei wichtige europäische ETF-Anbieter in der Absatz-Liga vorne mit.

Laut Mackay zeigt die Statistik vor allem die Aktivität institutioneller Investoren, während "Privatanleger momentan praktisch nichts tun, keine Käufe, keine Verkäufe". Als eine der wenigen guten Nachrichten der Januar-Statistik sieht sie die Entwicklung bei den Rentenfonds. Auf diesem Feld errechnete die Analysefirma minimale Zuflüsse von 0,2 Mrd. Euro. "Es sind die ersten Zuflüsse seit eineinhalb Jahren", sagt Mackay.

Bei den Bonds floss das Kapital vor allem in Produkte für Unternehmensanleihen. Immer mehr Vermögensverwalter sehen diese höher verzinsten Titel als attraktive Alternative zu den renditeschwachen erstklassigen Staatsanleihen oder zu Aktien. Daher tendieren sie in diese Richtung.

Erfahrungsgemäß ist der Januar in der Absatzstatistik der beste Monat des Jahres und gibt den Trend vor. Die aktuellen Zuflüsse liegen zwar über dem Vergleichswert des Vorjahres, sind aber nur halb so hoch wie im Januar-Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Deshalb urteilt Mackay: "Das Umfeld bleibt schwach." Sie prognostiziert eine "nachhaltige Wende frühestens im Herbst". Für das Gesamtjahr realistisch sei ein Absatzergebnis von "plus minus null". Zur Erinnerung: Im Krisenjahr 2008 mussten die Anbieter Rekordabflüsse auf den europäischen Märkten in Höhe von 300 Mrd. Euro hinnehmen.

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