Fondshaus unter Druck
Managerwechsel kostet Fidelity Milliarden

Deutsche Anleger haben aus Fidelity-Fonds in den ersten drei Quartalen dieses Jahres eine Mrd. Euro abgezogen. Das sagte Klaus-Jürgen Baum, Deutschland-Chef der internationalen Fondsgesellschaft, dem Handelsblatt. Das Minus bei Fidelity geht maßgeblich auf das Konto des Flaggschiffprodukts European Growth Fund für europäische Aktien .

FRANKFURT. Diese Zahlen wird der Fondsverband BVI im Rahmen seiner Branchenstatistik für in- und ausländische Anlagehäuser in wenigen Tagen publizieren. Fidelity rangiert damit nur knapp hinter der am härtesten getroffenen deutschen Fondsgesellschaft Cominvest mit Abflüssen in Höhe von 1,3 Mrd. Euro.

Das Minus bei Fidelity geht maßgeblich auf das Konto des Flaggschiffprodukts European Growth Fund für europäische Aktien. „Das laufende Jahr bringt uns eine Wachstumsdelle“, räumt Baum ein. Das Haus betreute per Ende September 14 Mrd. Euro für deutsche Kunden in Publikumsfonds.

„Wir mussten vier Fondsmanagerwechsel in Kernprodukten verdauen, das hat uns nicht gut getan“, sagt Baum. Betroffen ist auch der European Growth, dessen Starmanager Anthony Bolton sich schon vor Jahren zurückgezogen hatte. Nachfolger Graham Clapp wird zum Jahresende auf der Kommandobrücke Platz machen für Alexander Scurlock. Doch der große Anstieg des Fondsvolumens erschwert die Auswahl lukrativer Aktien. In der jüngeren Zeit hat darunter die Performance gelitten. Der in mehreren Ländern vertriebene Fonds – europaweit das größte Aktienprodukt überhaupt – war vor einigen Monaten auf ein Volumen von rund 24 Mrd. Euro angeschwollen. Davon sind noch 21 Mrd. Euro übrig geblieben.

„Etwa eine Million deutsche Anleger sind investiert“, schätzt Baum. Diese Kunden dürften etwas weniger als die Hälfte der Fondsgelder halten. Baums Überschlagsrechnung zufolge machen diese zehn Mrd. Euro im European Growth einen gewaltigen Anteil am gesamten Fidelity-Fondsvermögen in Deutschland aus.

Die Anlagegesellschaft hatte schon vor zwei Jahren wegen des starken Zustroms frischer Gelder die Bremse gezogen und die aktive Werbung für das damals sehr erfolgreiche Produkt eingestellt. Fidelity wollte damit dem Fondsmanagement die Arbeit erleichtern. „Jetzt haben wir unser Research deutlich ausgebaut, können daher das Anlageuniversum erweitern“, sagt Baum. Der Fonds wird nun wieder aktiv vermarktet.

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