Fonds + ETF
Fondsmanager verkürzen Laufzeiten

Sowohl der US-Dollar als auch der japanische Yen spielen in Indizes, die global anlegenden Rentenfonds als Vergleichsmaßstab dienen, mit einer Gewichtung von jeweils rund 25 % eine wichtige Rolle. Der Euro-Anteil ist mit knapp 40 % in diesen Indizes vertreten.

HB/vwd/FRANKFURT/M. Ganz anders sieht die Mittelverteilung in vielen weltweit investierenden Rentenfonds aus, die in den zurückliegenden zwölf Monaten zu den Gewinnern innerhalb ihrer Kategorie zählen: So sucht man Yen-Anlagen sowohl beim StarCap Argos, der mit einem Ein-Jahres-Plus per Ende Juli von 15,63 % klar die Rangliste anführt, als auch beim Pro Fonds (Lux) Inter-Bond B, der mit einer Performance von 12,35 % ebenfalls weit vorne liegt, nahezu vergebens. Und auch US-Dollar-Anlagen nehmen in beiden Produkten einen viel geringeren Raum ein als in der Benchmark. Dafür gewichten sowohl Peter E. Huber, Manager des StarCap Argos, als auch Gottfried Heller, der für das Pro Fonds-Produkt verantwortlich zeichnet, den Euro mit aktuell 80 bzw. 75 % seit einiger Zeit über. So blieben sie weitgehend von Dollar-Währungsverlusten verschont.

An der Euro-Übergewichtung wollen Huber und Heller vorerst auch festhalten, obwohl der Greenback zuletzt wieder Boden gutmachen konnte. „Die Erholung ist nur temporär. Der Euro wird gegenüber dem US-Dollar wieder zulegen“, ist sich Huber sicher, der derzeit nur 3 % in der US-Währung angelegt hat. Einig sind sich die beiden Fondsmanager darin, dass ein internationales Rentenportfolio in nächster Zeit auf Yen-Anlagen weitgehend verzichten kann. „Die japanischen Renditen“, erklärt Heller, „sind lächerlich gering“.

Große Unterschiede weisen die Portfolios in Bezug auf die Kasseposition auf. Beträgt diese bei dem von Heller gemanagten Fonds aktuell rund 5 %, liegt sie bei Huber's Fonds inzwischen bei 40 %. Die ungewöhnlich hohe Cash-Quote spiegele wider, dass er derzeit wenig interessante Chancen an den Rentenmärkten sehe, sagt Huber. Die Zeiten fallender Zinsen seien vorbei, so dass es gerade bei langen Staatsanleihen zu Kursverlusten kommen sollte. Deshalb habe er die Laufzeitenstruktur bereits verkürzt. Aber auch bei Emerging-Market- und Unternehmensanleihen sieht Huber kurzfristig nur wenig Chancen. Deren Anteil hat er auf 7,5 % reduziert.

Dass die Zinswende bereits vollzogen ist, glaubt auch Heller. Er hat die Laufzeitenstruktur bereits verkürzt, um weniger anfällig für Zinserhöhungen zu sein. Aus Staatsanleihen hat er sich schon vor einiger Zeit weitgehend verabschiedet und investiert fast nur noch in Industrieanleihen. Inzwischen seien die Spreads aber so gering, dass auch mit diesen „kein Blumentopf mehr zu gewinnen“ sei, sagt Heller und fügt hinzu: „Insgesamt müssen sich die Anleger daran gewöhnen, dass mit Anleihen künftig deutlich weniger als in der letzten Zeit verdient werden kann“.

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