Frankfurt Trust warnt vor Rückschlägen
Deutsche Aktienfonds legen zweistellig zu

"Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu." Diesen legendären Ausspruch des einstigen Fußballprofis Jürgen Wegmann könnte auch Axel Zeuner für sich und für den von ihm betreuten SEB Aktienfonds geltend machen.

HAMBURG. Mit einem vergleichsweise mageren Plus von 33,26 Prozent belegt der von Zeuner betreute SEB Aktienfonds unter den zehn größten Fonds mit dem Schwerpunkt Deutschland den letzten Platz, im Gesamtklassement reicht es unter 94 Angeboten nur zu Rang 78 (s. Tabelle).

Nachdem der SEB-Manager zu Jahresbeginn mit einer Konsolidierung des deutschen Aktienmarkts gerechnet und die Liquidität leicht angehoben hatte, entschied er sich darüber hinaus, seine Beteiligung am Halbleiter-Produzenten Infineon zu verkaufen. Wenig später kam jedoch die Meldung, dass Infineon seine Chip-Sparte abspalten will, und der Kurs stieg um mehr als 20 Prozent. Dennoch beurteilt Zeuner die Aussichten für den deutschen Aktienmarkt weiter positiv. "Ich bin auf Wachstum eingestellt", betont der SEB-Manager. Das Wachstum der Weltwirtschaft sei robust, und auch in Deutschland steige die Unternehmens- und Konsumentenstimmung. Vor diesem Hintergrund sieht er den Dax bis zum Jahresende auf 6 600 Punkte steigen.

Weniger optimistisch fällt dagegen der Ausblick von Stephan Thomas aus. Der Manager des FT Frankfurt-Effekten-Fonds von Frankfurt Trust hinkt der Konkurrenz ebenfalls hinterher. "In einigen gut gelaufenen Titeln wie Conti, Bayerische Hypo und Deutsche Bank war der Fonds gar nicht oder nicht stark genug gewichtet", so Thomas. Nachlaufen will er den gestiegenen Kursen jedoch nicht, ganz im Gegenteil: Weil Thomas nicht allein auf deutsche Aktien festgelegt ist, hat er mittlerweile den Euro-Land-Anteil von sechs auf 14 Prozent hochgefahren. "Das Wachstum in Irland und Griechenland ist weit höher als hier zu Lande", betont er. Seiner Meinung nach geht dem deutschen Leitindex bald die Puste aus. "Der Dax hat sich seit März 2003 verdreifacht, der Ifo-Geschäftsklima-Index steht auf einem 16-Jahres-Hoch. Irgendwann ist einfach Schluss", so Thomas. Sobald der Ifo-Index sinkt, will er weitere Dax-Beteiligungen verkaufen und die Liquidität erhöhen.

Durch ihre starke Fokussierung beschränken sich am Dax orientierte Aktienfonds selbst in ihren Möglichkeiten, meint Daniel Schär. Der Fondsanalyst der Berliner Weberbank rät Anlegern mit Interesse für dieses Segment eher zu kostengünstigen Indexfonds. "Eine breitere und bessere Risikostreuung bieten jedoch Produkte, die im gesamten Euro-Raum investieren", so Schär. Deutsche Unternehmen seien durch die Globalisierung ohnehin schon lange mehr von der globalen als von der heimischen Konjunkturentwicklung abhängig.

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