Für Privatanleger ist es sehr schwer, an den guten Renditen von Buyout-Fonds zu partizipieren
Vorerst nur Krümel vom Kuchen

Bis vor einigen Jahren agierten Private Equity-Investoren in Deutschland weitgehend unbeachtet von den Medien und der Öffentlichkeit. Das ist heute anders. Investments von Private-Equity-Fonds bei MTU, Dynamit Nobel, Celanese, Kabel Deutschland oder debitel bestimmen die Schlagzeilen.

HB DÜSSELDORF. Gleichzeitig werden manche dieser Buyout- Fonds mit jährlichen Renditen von 25 und mehr Prozent genannt – kein Wunder, dass auch so mancher private Investor die Ohren spitzt.

Und der Kapitalbedarf der Private Equity-Branche ist groß: Zwar sind von 1980 bis 2002 weltweit mehr als eine Billion US-Dollar in Private Equity-Fonds geflossen, so eine Schätzung des Beratungsunternehmens Venture Economics. Aber die großen Buy-out-Player wie KKR, Blackstone, CVC, Cinven oder Permira brauchen immer mehr Kapital für ihre Investments – und viele Investoren scheinen bereit, dies zu zahlen: Alleine in Europa sollen Banken, Versicherungen und Pensionsfonds bis 2008 zusätzliche 130 Mrd. Euro in Private Equity investieren wollen, so eine Marktuntersuchung.

Aber bei den meisten privaten Interessenten wird sich schnell Ernüchterung einstellen. Es sei denn, sie gehören zu den wirklichen reichen Familien, die ohne weiteres Summen um die fünf Millionen Euro auf zehn und mehr Jahre direkt in einen der großen Buyout-Fonds investieren können. Alle anderen sind auf Umwege angewiesen.

Die erste Alternative ist das Engagement in kleinere Fonds, die ihrerseits wiederum in Fund of Funds investieren. Diese gehören dann zu den Standard-Investoren in den großen Buyout-Fonds. Auch wenn es Fonds gibt, die sich mit einigen tausend Euro als Mindestinvestment zufrieden geben, so ist bei diesem Umweg doch zu beachten: Wer investiert, braucht einen langen Atem – das Kapital ist auf viele Jahre fest gebunden. Und er braucht seriöse Berater oder muss sich selbst in mühevoller Kleinarbeit einen Überblick über diese Anlageklasse verschaffen. Das wiederum ist gar nicht so einfach: Weil viele Fonds und Funds of Funds noch recht jung sind können sie oftmals keinen Track Record vorweisen. Aber abgerechnet wird zum Schluss. Erst nach den durchschnittlichen zehn Jahren, die ein Buyout-Fonds besteht, steht die endgültige Rendite fest. Chris Davison, Head of Research beim renomierten Branchendienst AltAssets, konstatiert zum Beispiel einen Ausleseprozess bei den Fund of Funds, von denen viele jünger als zehn Jahre sind. Hinzu kommt, dass über das indirekte Investment viel von der möglichen guten Rendite der Buyout-Fonds verloren geht – und naturgemäß die potenziell hohe Rendite mit einem höheren Risiko erkauft wird: Niemand weiß, ob die Investments eines bis dato erfolgreichen Buyout-Fonds auch in Zukunft mit profitablen Exits der Beteiligungen satte zweistellige Renditen abwerfen. Einige Tücken in der Gebührenpolitik der Fonds erschweren die schnelle Auswahl zusätzlich.

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