Gebührenanstieg bei Fonds wird gebremst
Billige Indexfonds drücken auf die Preise

Der europaweite Trend zu höheren laufenden Gebühren bei den Investmentfonds wird gebremst. Diesen Schluss legt eine Studie und der gestern aufgelegte - weltweit billigste - Indexfonds nahe. Indexfonds bilden in ihrem Portfolio einen Börsenindex nach.

HB FRANKFURT/M. Die Londoner Researchfirma Fitzrovia veröffentlichte jetzt eine Übersicht über die jährlichen Durchschnittsbelastungen von Investmentfonds in verschiedenen europäischen Ländern. Auf Basis dieser Zahlen und der Vergleichswerte aus den Vorjahren kommt Fitzrovia-Analyst Ed Moisson zu dem Schluss: "Der Trend zu steigenden Gebühren ist zwar noch intakt, aber der Anstieg sollte sich in Zukunft abschwächen oder sogar zum Stillstand kommen."

Die so genannten Gesamtkosten bestehen zu einem größeren Teil aus den jährlich erhobenen Managementgebühren, dem Entgeld für die Leistung der Fondsmanager. Berücksichtigt sind weitere Kostenposten, die ebenfalls dem Fondsvermögen belastet werden und auf diese Weise die Rendite des Anlegers zusätzlich schmälern. Dazu zählen beispielsweise Aufwendungen für Wirtschaftsprüfer oder für den Druck der Fonds-Rechenschaftsberichte.

Moisson pocht bei seiner Erwartung für die zukünftige Entwicklung der Gesamtkosten unter anderem auf die seit Anfang 2003 größere Ruhe auf dem Kapitalmarkt. Seit dieser Zeit seien die durchschnittlichen Fondsvolumina im Zuge der anziehenden Aktienkurse tendenziell wieder gestiegen, weswegen Fixkosten weniger stark zu Buche schlagen. Darüber hinaus werden jetzt - darauf weisen viele Experten hin - häufiger kleine und daher überdurchschnittlich hoch mit Fixkosten belastete Fonds geschlossen.

Generell zahlen deutsche Fondsanleger bei weitem nicht die höchsten laufenden Gebühren - trotz verschiedener Kostenerhöhungen durch große heimische Anbieter in den vergangenen Jahren. Fitzrovia errechnet für aktiv gemanagte Aktienfonds, bei denen der Verwalter seine Messlatte zu schlagen versucht, eine durchschnittliche jährliche Belastung von 1,41 Prozent.

Der Trend zur Entlastung bei den Gebühren wird durch die immer beliebteren börsengehandelten Indexfonds gestützt, die so investiert sind wie die vorgegebene Messlatte. Diese Produkte haben laut Morgan- Stanley-Analystin Deborah Fuhr in Europa eine Durchschnittsbelastung von unter 0,50 Prozent pro Jahr. Gestern lancierte die zur Hypovereinsbank gehörende Indexchange ein Produkt, dass auf einer Messlatte für Jumbo-Pfandbriefe beruht."Mit einer Jahresgebühr von 0,09 Prozent ist es zusammen mit einem Produkt in den USA der weltweit billigste Indexfonds", sagt Indexchange-Sprecher Thomas Pohlmann.

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