Geschlossene Fonds
Pimco verschiebt Dividenden bei einigen Fonds

Der zur Allianz gehörende Vermögensverwalter Pimco zieht bei sechs geschlossenen Fonds in den USA die Notbremse. Weil der Wert der Produkte unter gesetztliche Mindestvorgaben gesunken ist, zahlt Pimco bei diesen Fonds keine Dividenden mehr.

HB NEW YORK. Der US Pacific Investment Management Co-Vermögensverwalter (Pimco) muss wegen des Marktabschwungs die übliche Dividendenzahlung bei sechs börsennotierten geschlossenen Investmentfonds verschieben. Die Allianz-Tochter folgt damit den meisten anderen US-Vermögensverwaltern. Betroffen sind sechs Fonds mit Kommunalanleihen, deren Dividende zum 1. Dezember zwar bereits festgesetzt war, jetzt aber aufgrund gesetzlicher Vorschriften nicht gezahlt werden kann.

Nach dem Investment Company Act von 1940 müssen von geschlossenen Investmentfonds ausgegebene Vorzugsaktien wenigstens mit dem doppelten Wert an Investments hinterlegt sein, damit Dividenden gezahlt werden dürfen. Wegen des Rückgangs der inneren Werte ist die Quote bei den sechs Fonds nun unter die gesetzliche Mindestgrenze gesunken, wie Pimco mit Sitz in Newport Beach mitteilte. Namentlich sind dies der Municipal Income Fund II, der Municipal Income Fund III, der New York Municipal Income Fund, der New York Municipal Income Fund III, der California Municipal Income Fund II und der California Municipal Income Fund III.

Bei zwei weiteren geschlossenen Investmentfonds - dem Corporate Income und dem Corporate Opportunity - zahlt Pimco zwar noch zum 1. Dezember eine Dividende, wird damit aber unter die gesetzliche Grenze rutschen, so dass der Vermögensverwalter auch hier weitere Dividendenerklärungen verschob. Bei allen Fonds soll die Dividendenzahlung so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden, versprach die Allianz-Tochter jedoch. Als mögliche Option zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen für weitere Dividendenzahlungen erwägt Pimco nun einen Teilrückkauf von Auction Rate Preferred Shares, mit denen die Fonds Fremdmittel aufgenommen haben. Der Markt für diese Wertpapiere ist seit Anfang des Jahres ins Stocken geraten.

Nach Einschätzung von Cecilia Gondor von der Anlageberatung Thomas J. Herzfeld Advisors handelt es sich bei den Pimco-Fonds um die ersten geschlossenen Investmentfonds im Kommunalbereich, die ihre Dividenden nicht zahlen dürfen. Hier seien die Investoren besonders an der Dividende interessiert, sagte sie dem "Wall Street Journal". Inklusive Dividende könnten geschlossene Fonds auf Kommunalanleihen nämlich bessere Renditen erwirtschaften als vergleichbare offene Fonds.

Gondor schätzt, dass sich Pimco keinen Gefallen damit getan hat, anders als andere Fondsanbieter die Auction Rate Preferred Shares nicht schon früher durch andere Verbindlichkeiten zu ersetzen, um nicht unter die gesetzlichen Grenzen für das Dividendenverbot zu fallen. Möglicherweise werde die jetzige Ankündigung nicht von allen Anlegern als reine Verschiebung der Zahlung begriffen. Manch Anleger könnte sie als Grund nehmen die Fondsanteile jetzt über die Börse zu verkaufen, sagte sie.

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