Geschlossene Fonds
Solarfonds sind die neuen Anlegerlieblinge

Investitionen in diese Produkte legen gegen den Trend zu. Ein entscheidender Faktor für den Anlageerfolg ist die Branchenerfahrung der Fondsanbieter. Kurzfristig erscheinen die Renditen lukrativ, doch die langfristige Entwicklung ist noch unklar.
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ROSENHEIM. Die Sonne hat als ein sauberer Energielieferant eine glänzende Zukunft vor sich. Sie kann auf lange Sicht nachhaltig für Strom und Wärme auf der Erde sorgen. In Deutschland wurde das Potenzial der Solarenergie frühzeitig erkannt und der Sektor durch eine staatlich garantierte Einspeisevergütung gefördert. Das Ergebnis: Mit neun von weltweit 20 installierten Gigawatt (GW) Photovoltaikleistung nimmt die Bundesrepublik weltweit eine Spitzenstellung ein.

Ein Teil des Erfolgs geht auf das Konto des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). In vielen Ländern stand es Pate für Solar-Fördermodelle. Trotz der Krise boomt die Solarbranche - geschlossene Fonds auf Solaranlagen können in der ganzen Welt die Anleger überzeugen.

Solarboom trotz Subventionsabbau

Seit im Frühjahr 2010 bekannt wurde, dass die Solarsubventionen in der Bundesrepublik außerplanmäßig zurückgefahren werden, kam vor dem Stichtag noch eine ganze Flut von Solarfonds auf den deutschen Markt. Finanzvertriebe wie die efonds Group aus München berichten von einer regen Nachfrage: "Wir bekommen gerade von den Anlegern viele positive Rückmeldungen." Das gilt allerdings nicht für alle Asset-Klassen. Das eingesammelte Eigenkapital für den Fondsmarkt ging - so die Feri Gesamtmarktstudie der Beteiligungsmodelle 2010 - von 10,2 Mrd. Euro in 2008 auf 5,5 Mrd. Euro in 2009 zurück. Auch das laufende Jahr soll gemessen an den Kapitalzuflüssen nicht berauschend ausfallen.

Solarfonds hingegen legen gegen den Trend zu. Laut Statistik des Verbands Geschlossene Fonds stiegen die Investitionen in Energiefonds, bei denen Solarfonds den Löwenanteil ausmachen, von 77,2 Mio. Euro im ersten Quartal 2010 um 27 Prozent auf 98,1 Mio. Euro im zweiten Quartal 2010. Damit liegen sie in der Rangfolge auf Platz drei hinter Immobilien- und Schiffsfonds.

Aktuelle Renditen überzeugen

Für Anleger erscheinen Solarfonds als lukrativ. Stimmen die Parameter, sind derzeit Jahresrenditen von rund fünf Prozent nach Steuern möglich. Produkte mit Auslandsinvestments bringen etwa ein bis 1,5 Prozentpunkte mehr. Die langfristigen Renditechancen sind aber noch unklar. Zudem mangelt es wegen der vergleichsweise kurzen Historie der Produkte an belastbaren Vergangenheitswerten.

Die große Nachfrage nach Solarfonds lockt nun auch Fondsanbieter an den Markt, die noch keine oder nur wenig Branchenerfahrung haben. Um aber die scheinbar sicheren Erträge der Solaranlagen über die gesamte Fondslaufzeit erwirtschaften zu können, ist solarspezifisches Wissen erforderlich. Denn neben Lage und Art der Module hat auch die Wahl des Solarparkbetreibers eine große Bedeutung. "Viele Branchenneulinge ignorieren das", sagt Antoinette Hiebeler-Hasner, Partnerin bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft optegra:hhkl. Dabei sei gerade der Solarparkbetreiber ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Viele der ihr bekannten Problemfälle seien auf dessen schlechte Performance zurückzuführen.

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  • Prüfen und dann Entscheiden!
    Man sollte alternativen investments oder Sachinvestments nicht immer allzu skeptisch gegenüberstehen. in einer ausgewogenen Vermögensstruktur kann eine beimischung in Solarfonds, oder auch andere beteiligung höchst interessant sein. Außerdem ist das Renditeniveau im klassischen Anlagebereich ao niedrig, daß ein blick auf Alternativen lohnt! Anleger sollten auf die "Leistungsbilanz" des Emittenten achten. Hier wird sehr schnell ersichtlich, ob es sich um einen altgedienten Partner mit Erfahrung handelt, oder einen neuen Fondsanbieter. Hier erfährt man auch wieviele Fonds das Anbieters prospektgemäß laufen - und wie viele nicht!

  • Kann dem Artikel nur zustimmen. Habe einige Projekte und Angebote genau geprüft und mich dagegen entschieden. Für die doch relativ mickrige Rendite - im Vergleich zu der langen Laufzeit, Abhängigkeit der überhöhten Vergütungen und der geringen Erfahrung vieler Anbieter - gibt es zu viele Risiken. Die Liste ist natürlich deutlich länger. Ob jeder dieser Anbieter wirklich den Plan oder zumindest eine Planung hat, das Thema 20 Jahre durchzuhalten, ist stark zu bezweifeln. Die Margen über die Laufzeit sind sehr gering und nicht verlockend genug. Ob Süditalienische Vertragspartner im Laufe der Zeit neue Forderungen stellen, oder Pleite-Länder die Subventionen kürzen, alles ausser Kontrolle des Anbieters und auch des Anlegers. Grün ist ein Hype, aber das Geld ist dort ebenso schnell weg, wenn man das Hirn ausschaltet. Es gibt nichts geschenkt!
    Prüfen Sie einfach mal, wie viele (neue) Anbieter in den letzten 3 Jahren plötzlich PV-Spezialisten geworden sind. Da wird einem schwindelig.
    Es gibt gute Nischenangebote, die erzielen Rendite und leben nicht von Modetrends sondern von gesunden Märkten (ja das gibt es tatsächlich ;-) und vernünftigen Konzepten sowie langjährigen Spezialisten. Die Mühe lohnt sich, wenn man sein Geld vermehren und nicht verlieren möchte.

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