Griffin Eastern European trennt sich zu früh von Ölwerten
Top-Osteuropa-Fonds rutscht ans Tabellenende

Jürgen Kirsch gilt vielen Experten als der Vorzeige-Manager für Osteuropa-Fonds schlechthin: Der von ihm gemanagte Griffin Eastern European gehörte seit seiner Auflegung im Oktober 1998 immer wieder zu den Top-Produkten seiner Vergleichsgruppe. In den vergangenen zwölf Monaten war von dieser Überlegenheit jedoch nicht viel zu sehen: Mit einem Plus von 47 Prozent landet sein Fonds lediglich auf Platz 44.

HB HAMBURG. Die unterdurchschnittliche Performance führt der Gründer von Griffin Capital Management vor allem darauf zurück, dass er sich in der Region bereits frühzeitig aus Ölwerten zurückgezogen hat. Zudem investiert der gebürtige Deutsche Kirsch, der seit elf Jahren in London lebt, generell nicht mehr als 45 Prozent seines Fondsvermögens in Russland. Andere Osteuropa-Fonds sind dort mit bis zu 60 Prozent vertreten und profitierten deshalb stark vom anhaltenden Höhenflug der Moskauer Börse.

Immerhin rund 50 Prozent beträgt derzeit der Russland-Anteil im MLIIF Emerging Europe von Merrill Lynch, der Rang fünf belegt. Bis zu seinem Ausstieg im Sommer 1997 zeichnete Jürgen Kirsch auch für diesen Fonds verantwortlich, der damals unter dem Namen Mercury Eastern European die Ranglisten anführte und dessen Volumen auf mehr als 500 Millionen Euro gestiegen war. Weil Kirsch damals Probleme sah, die munter weiter sprudelnden Zuflüsse in interessante, niedrig kapitalisierte Unternehmen zu investieren, verließ er schließlich seinen damaligen Arbeitgeber Mercury Asset Management. Anschließend versank der Fonds über Jahre im Mittelmaß, kämpfte sich aber nach mehreren Managerwechseln und der Übernahme durch Merrill Lynch wieder Stück für Stück nach oben.

Während Kirsch in Russland vor allem auf den starken Binnenmarkt setzt, von dem seiner Meinung nach die Banken und Mobilfunkunternehmen wie Vimpelkom und MTS am stärksten profitieren, hält Merrill-Lynch-Manager Alan Bourrier bis auf weiteres an der hohen Gewichtung des Energiesektors fest: Derzeit ist diese Branche im MLIIF Emerging Europe mit einem Anteil von rund 35 Prozent gewichtet.

Für Harald Weber bleibt der Griffin Eastern Europe unter den Osteuropa-Fonds dennoch die erste Wahl. Der Geschäftsführer des Nürnberger Fonds-Zentrums: „Anleger sollten sich nicht davon abschrecken lassen, dass der Fonds im Ein-Jahres-Vergleich nicht ganz vorne liegt.“ Viel wichtiger seien eine konstante Wertentwicklung und eine breite Streuung: „Das minimiert die Risiken.“ Auch dass Kirsch mittlerweile stolze 1,2 Milliarden Euro verwaltet und damit mehr als doppelt so viel wie damals im Mercury Eastern European, sieht Weber nicht als Problem. „Die Märkte in Osteuropa sind inzwischen sehr viel liquider als noch vor ein paar Jahren“, sagt der Berater. Zudem investiere der Fonds überwiegend in Standardwerte. Deshalb bestehe kein Grund zur Sorge, dass das Geld der Investoren nicht angelegt werden könne.

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