Günstige Bewertung täuscht
Vontobel erwartet weitere Korrekturen in Osteuropa

Noch Ende April lag der Vontobel Central and Eastern European Equity unter 45 auf Osteuropa spezialisierten Aktienfonds abgeschlagen auf dem letzten Platz. Auch mit dem im April erzielten Zuwachs blieb der von Günter Faschang betreute Fonds hinter der Konkurrenz und dem Index zurück (siehe Tabelle).

HAMBURG. Seit Anfang Mai jedoch hat sich das Blatt gewendet. Denn trotz der kräftigen Kursverluste in Osteuropa konnte Faschang mit seiner vorsichtigen Anlagepolitik die eigenen Verluste begrenzen.

Weil die jüngste Abwärtsbewegung an den Weltbörsen von Rohstofftiteln angeführt wurde und in Osteuropa besonders heftig ausfiel, verloren manche Fonds seit Ende April mehr als 15 Prozent an Wert. Faschang hingegen hält bereits seit Sommer vergangenen Jahres russische Öl- und Rohstoffwerte, die in vielen anderen Osteuropa-Fonds einen Schwerpunkt bilden, für überbewertet. So ist zuvor die Rally von Titeln wie Lukoil oder Gazprom zwar an seinem Fonds komplett vorbeigegangen. Bei dem jüngsten Kursrutsch verlor das Portfolio dafür aber nur sechs Prozent.

"Im März und April haben wir auch Titel aus anderen Sektoren verkauft, so dass die Aktienquote zu Beginn der Turbulenzen weniger als 70 Prozent betragen hat", erläutert der Vontobel-Manager seine Strategie. Rund ein Viertel des Portfolios bestehe zudem aus eher schwankungsarmen Immobilienaktien.

Faschang gibt sich zuversichtlich, auch in den kommenden Monaten weiter Boden gutmachen zu können. "Die Korrektur in Osteuropa ist noch nicht vorbei", warnt er. Käme es angesichts weiter steigender US-Zinsen zu einem scharfen Einbruch der Weltkonjunktur, sei ein Minus von noch einmal 30 Prozent wohl unumgänglich.

Und selbst bei einer sanften Landung sieht sich Faschang gegenüber der rohstofflastigen Konkurrenz im Vorteil: "In diesem Fall kommt es früher oder später zu Umschichtungen von zyklischen Werten in eher defensive Branchen wie Immobilien oder Telekom." Auch das Argument, viele Öl- und Rohstofftitel seien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von zehn oder elf nach wie vor moderat bewertet, teilt er nicht. "Der Gewinn eines zyklischen Unternehmens kann sich schnell halbieren, deshalb ist das KGV für eine Ölaktie kein geeigneter Maßstab."

Deutlich positiver beurteilt Lars Dollmann die Perspektiven für osteuropäische Aktien. Der Manager des auf Sicht von zwölf Monaten exzellent positionierten Deka-Convergence-Aktien CF hofft auf eine baldige Bodenbildung und eine anschließende, auch von den Rohstoffwerten getragene Erholung. "Der Ölpreis bleibt auf absehbare Zeit hoch, und auch bei vielen anderen Rohstoffen bleibt das Angebot knapp", sagt er. Insgesamt machen Energie- und Rohstoffaktien derzeit rund 40 Prozent des Deka-Convergence-Aktien CF aus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%