Gutachter schätzen Erträge zu hoch ein
Anbietern von Windkraftsfonds fehlt Gespür

Die alten Hasen unter den Verkäufern von Kapitalanlagen wissen es: Steuervorteile lassen sich in Deutschland immer verkaufen. Wer in Windräder investiert, kann zusätzlich von sich behaupten, noch etwas für die Umwelt zu tun. Die steuerlichen Verluste von bis zu 100 Prozent senken zumindest bei Spitzenverdienern die Steuerlast im Jahr der Beteiligung deutlich. Ermöglicht werden sie durch ein Potpourri aus degressiver Abschreibung, Sonderabschreibung zur Förderung kleiner und mittlerer Betriebe und Abschreibung der Disagien auf das Fremdkapital.

DÜSSELDORF. Für Einnahmen sorgt die Verpflichtung der Stromkonzerne, den Strom aus Wind abzunehmen. Auch der Preis steht fest: Ab 2003 gibt es 8,9 Cent je Kilowattstunde (kWh). Allerdings werden sich die Konditionen bald ändern.

Doch wenn der Wind fehlt, herrscht auch auf dem Konto des Anlegers Flaute. Und genau diese Situation erleben viele Fondszeichner gerade. Der Wind weht schon das dritte Jahr hintereinander weniger als angenommen. „Differenzen von plus/minus 20 Prozent sind durchaus üblich“, informiert der Anbieter WPD AG seine Anleger. Den Mittelwert, um den der Windertrag streut, ermitteln Gutachter. Dass deren Ergebnisse nicht weniger streuen, lässt sich im Prospekt zum Fonds „Dubener Platte“ nachlesen. Die Spanne der fünf eingeholten Gutachten für den Windpark reicht von 45,8 Mill. bis 63,8 Mill. kWh Jahresertrag. Fondsanbieter Das Grüne Emissionshaus GmbH (DGE) nimmt den Mittelwert davon und zieht zur Sicherheit noch einmal zwölf Prozent ab. Andere belassen es bei zehn Prozent Abschlag. Über die Höhe der Sicherheitsabschläge sind Analysten und Anbieter uneins. So meint WPD- Sprecher Christian Schnibbe: „Es kommt nicht auf den Abschlag an, es kommt auf den Gutachter an.

Die Arbeit mit seriösen Gutachtern führt zu seriösen Annahmen.“ Nur: Solange der Anleger nicht erfährt, wer durch Gefälligkeitsgutachten auffällt, hilft ihm das nicht viel. Er kann nur nach der Devise handeln: Je höher der Abschlag, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Einnahmeprognose erfüllt wird. Oder der Fonds kann auf den Windertrag eines in unmittelbarer Nähe liegenden Parks verweisen. Dann könnten auch Abschläge von nur fünf Prozent gerechtfertigt sein, sagt Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes Wind-Energie e.V. (BWE).

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