Harmonisierung
Neue Regeln fördern Wettbewerb

Der europäische Fondsverband (Efama) will die Harmonisierung der Zulassungsregeln in der EU vorantreiben. Anlegerinteressen sollen dadurch gewahrt werden.

rez/rrl FRANKFURT. Sinkende Kosten für Anbieter und Anleger sowie mehr Wettbewerb soll die neue EU-Fondsrichtlinie (Ucit) bringen. In Frankfurt präsentierte der europäische Fondsverband (Efama) seine Anregungen für die Novelle der Richtlinie, die auf die Harmonisierung der Zulassungsregeln zielt. Efama will europaweit vergleichbare Bedingungen für die Produkte. Dabei möchte der Lobbyverband Anlegerinteressen gewahrt sehen (siehe Handelsblatt-Serie vom 1.6. bis 29.6.).

Ein europäischer Binnenmarkt für Fonds ermögliche eine starke Bereinigung der Fondspalette internationaler Investmentgesellschaften, sagte Efama-Präsident Stefan Bichsel auf einer Veranstaltung in Frankfurt. Als Beispiel führte er das niederländische Fondshaus Robeco an, das seine Luxemburger und niederländischen Fonds aufeinander abgestimmt habe und dadurch die Fondszahl um die Hälfte auf 75 reduziert habe.

Nicht allein die grenzüberschreitende Fusion von Fonds verspricht Effizienzgewinne. Müsste ein europäischer Anbieter nicht mehr Kapitalanlagegesellschaften (KAG) in den Ländern unterhalten, in denen er seine Produkte absetzen möchte, sparte er allein dadurch Millionen von Euro im Jahr, schätzte Efama-Generalsekretär Steffen Matthias. Einer Studie der US-Fondsgesellschaft Invesco zufolge kostet die fragmentierte Investmentwelt die Branche in Produktion und Management im Jahr zwei Mrd. bis sechs Mrd. Euro. Anleger zahlen demnach 0,05 bis 0,15 Prozentpunkte höhere Gebühren. Die mangels Harmonisierung zusätzlich entstehenden Verwaltungskosten werden auf bis zu 2,6 Mrd. Euro jährlich beziffert.

In einem nächsten Harmonisierungsschritt möchte die Efama offene Immobilienfonds in die Fondsrichtlinie Ucit einbeziehen. Die Richtlinie bezog sie nicht ein, weil Immobilien - anders als etwa Aktien in Wertpapierfonds - keine übertragbaren Wertpapiere sind. Würden Immobilienfonds in die Ucit einbezogen, müssten die Anbieter sie nicht in jedem EU-Land einzeln zum Vertrieb zulassen - was bisher ohnehin selten gelang. Zu den Ausnahmen zählt die Allianz-Tochter Degi, die mit ihrem Grundwertfonds Gelder institutioneller Anleger in Spanien einwirbt.

Efama-Generalsekretär Matthias hat "bei der EU-Kommission eine größere Offenheit als noch vor einem Jahr" für die Anliegen des Verbandes festgestellt. Was nichts daran ändert, dass Jahre vergehen, bis aus Vorschlägen verbindliche EU-Regeln werden. Die novellierte EU-Fondsrichtlinie Ucit soll 2007 EU-Gesetz werden. Der Ucit-Einbezug der Immobilienfonds werde wohl bis 2010 dauern, meint BVI-Geschäftsführer Stefan Seip.

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