Immobilienfonds
Hohe Gebäudepreise bremsen Fondsmanager

Immobilienfonds von Deutscher Bank und Commerz Real halten derzeit viel Bargeld. In der Vergangenheit seien in Bieterverfahren zu hohe Preise verlangt worden. Deshalb dürften sich nach einem kräftigen Wachstum in den letzten 12 Monaten künftige Vergleiche wieder in der Größenordnung von fünf bis acht Prozent bewegen.

HAMBURG. Ein Plus von 15,62 Prozent in zwölf Monaten, das ist für einen offenen Immobilienfonds ein Traumergebnis: Der Grundbesitz Europa der Deutsche-Bank-Tochter RREEF (siehe Tabelle) erzielte es mit einem Paketverkauf von 68 deutschen Immobilien, der zwischen Dezember 2006 und März 2007 zu einem Bewertungssprung von mehr als zehn Prozent führte.

Seither ist um den Fonds, der sich erst vor kurzem wieder für Neueinsteiger geöffnet hat, merklich ruhiger geworden. Künftige Zwölf-Monats-Vergleiche dürften sich deshalb wieder in der Größenordnung von fünf bis acht Prozent bewegen. RREEF-Geschäftsführer Hermann Wüstefeld sieht aktuell keinen Verkaufsbedarf mehr, der Umbau von einem Deutschland- zu einen Europa-Produkt sei erfolgreich abgeschlossen, sagt er. Zwar seien in der Vergangenheit auch einige Immobilien bereits nach kurzer Haltedauer mit Gewinn verkauft worden, offensiv werde diese Strategie aber nicht verfolgt.

Ruhig war es zuletzt auch auf der Einkaufsseite. "Wir haben seit dem vergangenen Jahr keine weiteren Immobilien erworben, weil in den Bieterverfahren, an denen wir beteiligt waren, aus unserer Sicht zu hohe Preise verlangt wurden", sagt Wüstefeld. Er sieht derzeit keine Veranlassung, zu derartigen Konditionen einzukaufen und nimmt stattdessen eine höhere Barquote von aktuell 35 Prozent in Kauf. Den größten Anteil im Portfolio haben britische Immobilien mit rund einem Drittel, gefolgt von Frankreich, Deutschland und Spanien mit einer Gewichtung von 22, 14 und 17 Prozent. Der Rest ist in den Niederlanden und Italien investiert.

Mario Schüttauf von Commerz Real hat den Löwenanteil seines Portfolios ebenfalls auf Deutschland, Frankreich und Großbritannien verteilt. Spanische Immobilien hält der Manager seines auf Rang vier liegenden Hausinvest Europa dagegen überhaupt nicht. "Dort beobachten wir derzeit ein niedrigeres Wirtschaftswachstum als im Vorjahr, zudem zeichnet sich eine beginnende Korrektur am Immobilienmarkt ab", sagt er. Auch bei den Nutzungsarten weicht Schüttauf mit der Portfoliostruktur vom Grundbesitz Europa ab: Während der Anteil von Handelsimmobilien beim Deutsche-Bank-Fonds von derzeit einem Drittel auf 40 bis 45 Prozent aufgestockt werden soll, strebt der Commerz-Real-Manager eine geringere Gewichtung an. "Beim Hausinvest Europa setzen wir schwerpunktmäßig auf Büroimmobilien, der Anteil von Einzelhandelsobjekten liegt derzeit bei rund 15 Prozent", sagt er. Mittelfristig peilt er allerdings eine Zielmarke von rund 30 Prozent an. Auch bei Schüttauf ist die Liquiditätsquote derzeit ziemlich hoch. Sie liegt wie im Grundbesitz Europa bei rund einem Drittel.

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