Institutionelle Anleger achten stärker auf nachhaltiges Wirtschaften
Ökofonds verkaufen sich gut

Deutschsprachige Finanzdienstleister haben das Volumen nachhaltiger Geldanlagen von 2002 bis 2005 um 120 Prozent gesteigert. Ende 2005 verwalteten sie 12,4 Mrd. Euro, davon jeweils etwa die Hälfte in Publikumsfonds und Mandaten für institutionelle Anleger. Das ergab die erste umfassende Umfrage unter Anbietern ökologisch und sozial orientierter Produkte in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

BERLIN. Die Studie, die das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) heute offiziell vorstellt, repräsentiert 36 Häuser mit mehr als 80 Prozent des Marktvolumens. Bei der Umfrage beteiligten sich Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Mitarbeitervorsorgekassen, alternative Banken, Pensionskassen und Mikrokreditinstitutionen.

Den Ton geben die Schweizer an: Sie managen im Inland rund sieben Mrd. Euro und in Großbritannien und den USA weitere 30 Mrd. Euro. Deutsche Anbieter verwalten im Ausland nur drei Mrd. Euro und in Deutschland fünf Mrd. Euro, die fast zur Hälfte von Großinvestoren kommen. In der Schweiz tragen institutionelle Mandate zwei Drittel des Marktes. Nachhaltige Publikumsfonds stellen hier bereits 2,4 Prozent des Anlagekapitals der Investmentfonds Schweizer Gesellschaften. Die entsprechende deutsche Rate beträgt erst 0,3 Prozent.

Die Professionalität der Schweizer komme auch darin zum Ausdruck, dass drei Viertel der Anbieter hauseigene Nachhaltigkeitsanalysten und -komitees hätten, sagt die Autorin der Studie, Cornelia Dereje. In Österreich sei es in ähnlich, in Deutschland stünden dagegen externe Berater im Vordergrund.

„Die meisten Anbieter möchten das Geschäft ausbauen“, sagt Dereje. Die Mehrheit sehe Chancen, insbesondere bei Kirchen, Stiftungen, Pensionskassen, Pensionsfonds, Nichtregierungs- und gemeinnützigen Organisationen. Die Hälfte möchte das Geschäft mit Versicherungen verstärken.

Das Kapital aus nachhaltigen Mandaten fließt in Deutschland und der Schweiz zu vier Fünfteln in Aktieninvestments. In Österreich hingegen spielen Rentenpapiere die dominante Rolle. Ebenfalls sehr unterschiedlich sind die Anlagestrategien. „Bei deutschen und österreichischen Asset-Managern dominieren soziale, ökologische oder ethische Ausschlusskriterien“, erläutert Dereje. Nur 17 Prozent der Mittel werden nach „Best-In-Class“ Selektionskriterien angelegt. Diese bestimmen die besten Unternehmen der Branchen hinsichtlich finanzieller, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit.

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