Interview mit Peter Clarke
„Die Krise ist überstanden“

Ein Jahr nach der Lehman-Pleite verbreitet Peter Clarke, Chef des Hedge-Fonds Man Group wieder Optimismus. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt er, wieso die Chancen für Hedge-Fonds so gut sind wie noch nie, welche Strategien die besten Aussichten haben und warum Hedge-Fonds zu den Opfern und nicht zu den Tätern der Finanzkrise gehören.

Herr Clarke, im vergangenen Jahr hat die große Mehrheit aller Hedge-Fonds Geld verloren. Experten schätzen, dass rund ein Drittel der spekulativen Fonds aufgeben mussten. In diesem Jahr sieht die Lage deutlich freundlicher aus. Hat die Hedge-Fonds-Branche ihre Krise bereits überwunden?

Ja, ich denke das kann man sagen. Tatsächlich sehen wir nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres jetzt die besten Chancen, solange ich mich erinnern kann. Allerdings gilt das nur für Investmentstrategien, die ohne großen Kredithebel auskommen.

Wo liegen die Gründe für die deutliche Erholung?

Zum einen investieren viele Anleger wieder in Hedge-Fonds. Zum anderen ist durch die Marktbereinigung nach der Krise der Wettbewerb geringer geworden. Viele Banken haben ihre Eigenhandelsabteilungen, die den Hedge-Fonds Konkurrenz gemacht haben, verkleinert oder aufgegeben.

Die Hedge-Fonds werden die Anleger also wie in Boomzeiten wieder mit üppigen Renditen verwöhnen?

Der Risikoappetit ist generell zurückgegangen. Die meisten traditionellen Anlageformen werfen heute weniger ab als vor der Krise. Das heißt, dass auch Hedge-Fonds nicht mehr so viel Rendite erzielen müssen, um interessant zu sein.

Im Moment betreuen Hedge-Fonds rund 1,4 Billionen Dollar, vor der Krise waren es einmal knapp zwei Billionen Dollar. Ist dieses Niveau wieder erreichbar?

Daran habe ich überhaupt keinen Zweifel. Ich vermute, dass das ungefähr drei Jahre dauern wird. Es könnte aber auch schneller gehen.

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