Invesco setzt auf computergesteuerte Modelle
Strikte Regeln bringen Mischfonds den Erfolg

Für den amerikanischen Vermögensverwalter Invesco gibt es vor allem eine Antwort auf die Abgeltungsteuer: seine Invesco-Privatstrategie-Fonds – eine neu aufgelegte Mischfondsfamilie, die das Geld der Anleger von eigens dafür entwickelten Computermodellen gesteuert auf die einzelnen Anlageklassen verteilt.

HAMBURG. Wie erfolgreich das zugrunde liegende Modell arbeitet, zeigt der Invesco Global Dynamik. Seit dieser überwiegend in Aktien anlegende Mischfonds 2001 umgestellt wurde, hat er sich gegenüber seinem Vergleichsindex – 85 Prozent MSCI Aktien Welt/15 Prozent JPM Renten Welt – einen deutlichen Vorsprung erarbeitet.

Allerdings: Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate blieb der Invesco Global Dynamic deutlich hinter dem Index und vergleichbaren Konkurrenten zurück. Mit einem Minus von 17,13 Prozent belegt er unter 61 offensiven Mischprodukten den vorletzten Platz (siehe Tabelle). „Wir haben in der ersten Phase der Finanzmarktkrise ein ungünstiges Timing erwischt“, erläutert Thorsten Paarmann, der den Fonds gemeinsam mit Michael Fraikin betreut. So sei der teilweise Ausstieg aus Aktien im vergangenen Sommer relativ spät erfolgt, ein Teil der Zwischenerholung im Herbst wurde verpasst.

Prognostizieren die Modelle auf Sicht von drei bis sechs Monaten ein schwaches Marktumfeld, können Paarmann und Fraikin den effektiven Aktienanteil auf bis zu 50 Prozent reduzieren. Das nutzen die Invesco-Manager derzeit voll aus. „Der hohe Ölpreis schwächt das Wirtschaftswachstum und schürt Inflation“, sagt Paarmann. Noch mit die besten Chancen sieht er bei ausgewählten Pharma- und Telekom-Aktien, während er im Energie- und Finanzsektor kaum fündig wird.

Klaren Regeln folgt auch Markus Elsässer. So kauft der Berater des auf Rang zwei liegenden Starcap Special Values ausschließlich unter Marktwert gehandelte Aktien, deren Bilanzen und Geschäftsmodelle er genau kennt. Aus Sicherheitsgründen investiert er zudem 25 bis 30 Prozent des Portfolios in Rentenpapiere.

Elsässer hält selten mehr als 25 Einzeltitel, viele davon bereits seit der Auflage des Fonds im Sommer 2002. „Uns interessieren vor allem Marktführer, potenzielle Übernahmekandidaten und Firmen, die sich in Abschwüngen stabil entwickeln“, sagt der Vermögensverwalter. Als Beispiel nennt er die Basler Kantonalbank, die trotz der aktuellen Finanzkrise nahe ihrem Höchstkurs notiert.

„Egal wie sich der Gesamtmarkt entwickelt, manche Firmen werden immer wertvoller“, lautet Elsässers Credo. Dazu zählt er auch den jüngst von Warren Buffett entdeckten Kaugummi-Konzern Wrigley. Der ist seit 2003 im Fondsdepot.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%