Kapitalmarkt
Anleger verkaufen Fondsanteile für Milliarden

Die europäische Schuldenkrise sorgt für Angst bei privaten Investoren, die ihr Geld umschichten. Das meiste Geld fließt aus Aktienfonds ab.
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FrankfurtDie Nervosität der Anleger fordert ihren Tribut von der Investmentfondsindustrie. Nach aktuellen Absatzzahlen der Branche zogen Anleger im August aus den vor allem für Private aufgelegten Publikumsfonds per saldo 5,4 Milliarden Euro ab. Das ist der stärkste Abfluss aus diesen Fonds seit Oktober 2008 nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers. Allein Aktienfonds verloren im August gut vier Milliarden Euro, aus Aktien und Anleihen gemischte Fonds büßten 1,6 Milliarden Euro Kapital ein.

Zuflüsse institutioneller Investoren konnten die Branchenbilanz nicht retten. Zwar steckten große Investoren wie Versicherer oder Pensionseinrichtungen im August netto knapp 1,3 Milliarden Euro frisches Kapital in die für sie geschaffenen Spezialfonds und fast 1,5 Milliarden Euro in außerhalb von Fonds gemanagte Vermögensmandate. Unter dem Strich flossen laut Fondsverband BVI aber knapp 2,7 Milliarden Euro aus deutschen Fonds ab.

„Wenn ein Privatanleger Angst hat, dass die Euro-Zone zusammenbricht, legt er kein Geld am Kapitalmarkt an“, kommentiert ein Sprecher der Sparkassen-Fondstochter Deka die Abflüsse. Auch BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter hält es für „verständlich“, dass durch die Staatsschuldenkrise verunsicherte Anleger nach dem starken Einbruch der Aktienkurse im August Fondsanteile verkauften. Richter findet aber, dass sich die Verkäufe im Vergleich zum Oktober 2008 „in Grenzen“ halten. Damals flossen in einem Monat 46 Milliarden Euro aus Publikumsfonds ab.

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