Konsumfonds
„Die Gefahr, etwas zu verpassen, ist groß“

Sieben Milliarden Konsumenten gibt es jetzt weltweit, und im Schnitt werden sie immer reicher. Dieses Potential wollen Fondsmanager ausschöpfen. Doch nur wenige trauen Unternehmen in den konsumstarken Schwellenländern.
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DüsseldorfMehrere Fondsgesellschaften haben in diesem Jahr schon die Konsumkraft der Schwellenländer für sich entdeckt. Dort entsteht eine Mittelschicht, die sich immer mehr leisten kann. Auch Deutsche Investoren wollen davon profitieren. So hat Fidelity im Februar den China Consumer Fund aufgelegt; seit Juni gibt es außerdem den Emerging Consumer Demand Fonds von Frankfurt Trust.

Gute Renditen erhoffen sich die Fondsmanager von Unternehmen, die den Konsumhunger der Schwellenländer stillen, seien es lokale Firmen oder solche aus den Industrienationen. Dieser Hunger wächst rapide: Bis 2025 werden die Inder nach Schätzungen von McKinsey 1,5 Billionen Dollar für privaten Konsum ausgeben. Auch die chinesische Regierung hat es sich in ihrem Fünfjahresplan ausdrücklich zum Ziel gesetzt, den Konsum anzukurbeln.

Diese Entwicklung steht erst ganz am Anfang. Noch immer konsumiert der größte Teil der Weltbevölkerung nur einen Bruchteil der Waren, doch das soll sich in absehbarer Zeit ändern: „Mit der wirtschaftlichen Entwicklung und mit wachsender sozialer Sicherheit werden sich die heute noch hohen Sparquoten in eine immer stärker werdende Konsumfreude verwandeln“, sagt Raymond Ma, Fondsmanager des Fidelity China Consumer Fund.

Während in Europa und den USA die Staatsschulden auf die Kauflaune drücken, herrscht in den Schwellenländern noch Optimismus. Die Marktforschungsfirma Nielsen hat vergangenen Sonntag ihren globalen Index zum Verbrauchervertrauen veröffentlicht. Indien liegt mit 121 Punkten an der Spitze des Indexes, dicht gefolgt von Brasilien. Das südamerikanische Land ist innerhalb eines Quartals von 96 auf 112 Punkte geklettert. Hundert Punkte markieren in diesem Index die Schwelle zu einem optimistischen Wirtschaftsausblick. Deutschland liegt dabei auf dem weltweiten Durchschnitt von 88 Punkten, Griechenland nur bei 51 und Portugal bei 40 Punkten.

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