Landgericht München urteilt gegen Vermittler
Phoenix-Geschädigte bekommen Geld

Das Landgericht München I hat nach Angaben der Kanzlei Marziller Dr. Meier einen Vermittler der Anlagefirma Phoenix Kapitaldienst AG dazu verurteilt, einem Kunden 25 000 Euro Schadensersatz nebst Zinsen zu zahlen (Az.: 29 O 12860/05 vom 10.10.05).

rrl/slo DÜSSELDORF. Das Landgericht München I hat nach Angaben der Kanzlei Marziller Dr. Meier einen Vermittler der Anlagefirma Phoenix Kapitaldienst AG dazu verurteilt, einem Kunden 25 000 Euro Schadensersatz nebst Zinsen zu zahlen . Das Gericht stützte sein Urteil nach den Worten von Anwalt Werner A. Meier darauf, dass der Vermittler es versäumt hatte, den Kunden auf warnende Hinweise in Anlegermagazinen aufmerksam zu machen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Seit Jahren verurteilen Gerichte Vermittler von Kapitalanlagen wegen unvollständiger Risikoaufklärung, wenn diese ihre Kunden nicht auf negative Presseartikel über Anlageprodukte aufmerksam machen, die sie verkaufen.

Phoenix Kapitaldienst ist insolvent. Der Firma wird vorgeworfen, 30 000 Anleger um einen dreistelligen Millionenbetrag geprellt und selbst Wirtschaftsprüfer durch gefälschte Unterlagen getäuscht zu haben. Insgesamt haben Anleger dem Unternehmen für Terminmarkt-Spekulationen über mehrere Jahre hinweg rund 800 Mill. Euro überwiesen. Über ein Sonderkonto wurde mit Optionen auf Öl, Kaffee, Devisen und Aktienindizes gehandelt.

Insolvenzverwalter Frank Schmitt sagte kürzlich auf einer Gläubigerversammlung: „Es wurde bei Phoenix nie ein Gewinn erwirtschaftet.“ Eine Prognose über eine Ausschüttungsquote könne er nicht abgeben. Schmitt hatte Tage vor Beginn der Gläubigerversammlung mitgeteilt, er habe rund 232 Mill. Euro sichergestellt. Allerdings steht auch noch die Rückforderung von Scheingewinnen, die an Anleger gezahlt worden waren, im Raum. Solche Zahlungen werden typischerweise aus frisch eingeworbenen Geldern geleistet.

In einer von dem Düsseldorfer Anwalt Jens Graf erwirkten Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt/M. werden die Erben von Phoenix-Chef Dieter Breitkreuz dazu verurteilt, einer Geschädigten 400 000 Euro plus seit 1999 aufgelaufener Zinsen zu zahlen (Az.: 16 U 200/04 vom 30.6.05). Die Forderung ist allerdings auf den Nachlass beschränkt. Das Gericht sei von einem sittenwidrigen Missbrauch geschäftlicher Überlegenheit ausgegangen, teilte Graf zu dem Urteil mit. Über den Nachlass von Breitkreuz sei ebenfalls das Insolvenzverfahren eröffnet worden, berichtet der Anwalt. Breitkreuz hatte in der ersten Instanz gewonnen. Er starb im April 2004 beim Absturz mit seinem Privatflugzeug.

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