Laufzeitenverkürzungen bei Zinserhöhungen
Gefahr für Rentenportfolios steigt

Es kommt oft anders als gedacht. Statt zu steigen, sackten die Renditen zehnjähriger Euro-Staatsanleihen in den vergangenen Wochen ab. Das bescherte den festverzinslichen Wertpapieren in der Eurozone - spiegelbildlich zu den fallenden Renditen -unerwartete Kursgewinne.

HB/Dow Jones FRANKFURT/M. Von dieser Bewegung profitierten naturgemäß jene Rentenfonds am stärksten, die auf Titel mit langen Laufzeiten setzten, da hier die Hebelwirkung als Reaktion auf Zinsveränderungen besonders groß ist. So erzielte Fondsmanager Sylvain De Bus mit dem Dexia Bonds Euro Long Term C in den zwölf Monaten bis Ende November einen Wertzuwachs von 10,20 Prozent. Das brachte ihn unter 272 Vergleichsprodukten auf Platz sechs.

Grund für die gute Entwicklung sei der recht hohe Anteil von Bonds mit Laufzeit über zehn Jahren, sagt De Bus. Er mischt dem Depot auch gerne Unternehmensanleihen guter Qualität bei. „In diesem Sektor sind die Renditevorsprünge in diesem Jahr deutlich gefallen und haben uns ansehnliche Kursgewinne beschert“, erläutert De Bus seine Entscheidung. Im kommenden Jahr sieht er aber die Zinsen steigen. Das heißt konkret, es droht der umgekehrte Effekt: Mit steigenden Zinsen würden die Anleihekurse fallen - um so stärker, je länger die Restlaufzeiten der Titel sind.

Oliver Eichmann, Manager des DWS Deutsche Renten (lang) Typ 0 gelang mit der Konzentration auf Langläufer und einem Anteil von zehn Prozent Unternehmensanleihen eine Performance von 9,62 Prozent. Damit belegt der Fonds in der Rangliste der verglichenen Produkte Platz neun. „Für den Fall einer Zinswende haben wir aber schon ein Konzept zur Reduzierung der Risiken im Fonds in der Schublade“, sagt Eichmann. Er erklärt: „Wir werden die Laufzeiten im Fonds im Vergleich zur Messlatte stark verkürzen und noch mehr variabel verzinsliche Anleihen erwerben.“

Thomas Portig, Leiter Fondsanalyse bei H.C.M. Capital Management, bestätigt: „Beide Produkte haben über mehrere Jahre deutlich besser als ihr Vergleichsmaßstab abgeschnitten“. Doch er warnt, „dass angesichts der niedrigen Zinsen die gute Vergangenheitsperformance nicht in die Zukunft fortgeschrieben werden sollte“. Auf Grund der Fondsausrichtung müssten nämlich beide Fonds immer in lang laufenden Anleihen investiert sein. Einer Zinswende könnten sie deshalb nur begrenzt entgegenwirken.

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